<b>Von Florian Mair</b><BR /><BR />Eigentlich versucht Christian Trafoier, das zu tun, was ein Rentner eigentlich tun sollte – sich nicht zu stressen. Doch ganz ruhig wird es im Leben des 66-Jährigen selten. „Am liebsten verbringe ich meine Zeit draußen und helfe in der Landwirtschaft mit“, sagt er. Trafoier lebt in Mölten und unterstützt seinen Sohn Maximilian bei der Bewirtschaftung des elterlichen Hofs in Vilpian. Ob zwischen Apfelbäumen oder in den Weinbergen – dort ist der Imkerbund-Landeschef in seinem Element.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1288110_image" /></div> <BR /><BR />Seinen eigentlichen Ausgleich findet er dann bei seinen Bienen. „Bei ihnen kann ich abschalten“, erzählt Trafoier. Seit 1980 ist er Imker. Zur Imkerei gekommen ist er durch seinen Schwiegervater Heinrich Erschbamer, der vor einigen Jahren gestorben ist. „Faszinierend an den Bienen ist, dass man als Imker in ihr Leben und ihre Arbeit eingebunden ist – man lebt mit ihnen mit“, sagt Trafoier. „Den Bienen kann man keine Anweisungen geben. Man kann sie nur unterstützen und mitmachen. Man ist ein Teil der Natur – und genau das ist das Schönste.“<h3> „Nur echter Südtiroler Honig“</h3>Auch in der Imkerei arbeiten Vater Christian und Sohn Maximilian eng zusammen. Letzterer gehört seit einigen Monaten sogar zu den ersten spezialisierten Imkern im Land, eigentlich in ganz Italien, und ist damit Imkermeister. Für die Trafoiers hat die Arbeit mit den Bienen natürlich auch einen angenehmen Nebeneffekt: echten Südtiroler Honig – im Rohzustand, so wie er direkt aus dem Stock kommt. „Bei mir gibt es kein Frühstück ohne Honig“, verrät Christian Trafoier schmunzelnd. Außerdem bildet er regelmäßig Jungvölker, sogenannte Ableger.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1288113_image" /></div> <BR /><BR />Dass der 66-jährige Trafoier heute an der Spitze des Südtiroler Imkerbundes steht, kam eher unerwartet. 2024 wurde er gefragt, ob er sich als Obmann zur Wahl stellen würde. „Ich habe einfach Ja gesagt, auch wenn ich bei den Imkern nie danach gestrebt hatte, einmal ganz oben zu stehen“, erzählt er. „Und dann wurde ich gewählt.“ <BR /><BR />Christian Trafoier gehört zur Imker-Ortsgruppe Terlan–Andrian–Mölten–Nals. Das Amt des Bundesobmanns mache ihm auf jeden Fall große Freude, sagt er: „Noch bereue ich es nicht, dass ich dieses Ehrenamt übernommen habe“, fügt er mit einem Lachen hinzu. Arbeit gebe es genug, aber die Zusammenarbeit und die Leistungen im Team seien motivierend. <h3> Eine äußerst wertvolle Nahrung</h3>Ein besonderes Anliegen ist ihm, die Vielfalt der Imkerei und die Bedeutung der Bienen stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen. Ebenso möchte er erreichen, dass Südtiroler Honig mehr geschätzt wird. „Honig ist eines der wertvollsten Nahrungsmittel, die es gibt“, betont Christian Trafoier. „Bei uns wird das leider nicht immer erkannt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1288116_image" /></div> <BR /><BR />In anderen Ländern, etwa im nordafrikanischen Raum, ist Honig zu Recht Gold wert – dort hat er Kultstatus und wird viel höher geschätzt.“ Dort bekomme man dieses gesunde Gold aus dem Bienenstock nicht so günstig zu kaufen wie hierzulande. Denn Honig enthalte eine Vielzahl wertvoller Stoffe – Enzyme, Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamine. „Das sollten die Leute erkennen und eben schätzen“, betont er.<h3> Flügelhorn, Trompete und Wandern</h3>Und auch wenn die Bienen im Winter ruhiger werden und in ihrem Stock die kalte Jahreszeit verbringen, bleibt für den Imker genug zu tun. „Man arbeitet weiter und bereitet alles für das Frühjahr vor“, erklärt Christian Trafoier. „Und auch das macht Spaß und erfüllt.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1288119_image" /></div> <BR /><BR />Neben der Imkerei spielte früher auch die Blasmusik eine wichtige Rolle in seinem Leben. Von 1970 bis vor rund 25 Jahren war er aktiver Musikant, spielte Flügelhorn und Trompete – zunächst bei der Bürgerkapelle Gries, später bei der Musikkapelle Vilpian, deren Gründungsobmann er war. „Ansonsten war ich kein Vereinsmensch“, fügt Christian Trafoier hinzu.<BR /><BR />Heute genießt er vor allem die Bewegung in der Natur. „Ich gehe gern zu Fuß“, sagt Trafoier. Wenn es die Zeit zulässt, fährt er sonntags mit dem Zug nach Meran oder Bozen und wandert von dort zurück nach Vilpian. „Pünktlich zum Mittagessen komme ich an“, sagt er. Auch Wanderungen in den Bergen mag er – nur mit Bergsteigen oder Radfahren kann er wenig anfangen.<h3> Ein Ruhestand nach Wunsch</h3>Zusammenfassend ist eines klar: Wenn der 66-jährige Christian Trafoier zwischen Bienenstöcken, Apfelbäumen und Weinreben unterwegs ist, dann weiß er, dass er sich seinen Ruhestand genau so vorgestellt hat. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1288122_image" /></div> <BR /><BR />Sein Einsatz für die Imkerei im Land – und damit auch für die Bienen – ist für ihn ein Beitrag, den er gerne leistet. Dabei ist ihm aber Teamarbeit wichtig. „Denn allein erreiche ich sicher nichts“, unterstreicht Imkerbund-Landeschef Christian Trafoier abschließend.