Freitag, 19. Juni 2015

Cinque Stelle: "Dubliner Abkommen ist perverses System"

Italiens populistische Cinque-Stelle-Bewegung hat die mit der Flüchtlingsproblematik konfrontierten EU-Länder zu einem Pakt aufgerufen, um gemeinsam eine Revision des Dubliner Abkommens in Brüssel zu bewirken.

Cinque-Stelle-Parlamentarier Luigi Di Maio
Cinque-Stelle-Parlamentarier Luigi Di Maio - Foto: © LaPresse

„Damit können wir unsere Verhandlungskraft stärken“, kommentierte der Vizepräsident der Abgeordnetenkammer und Cinque-Stelle-Abgeordnete Luigi Di Mario.

Bei einem Treffen mit seinem ungarischen Amtskollegen Istvan Hiller zeigte sich Di Maio mit Ungarn solidarisch, das an der Grenze zu Serbien einen Grenzzaun errichten will, um die Einreise von Flüchtlingen zu stoppen.

„In Ungarn ist die Zahl der Migranten in drei Jahren von 2.000 auf 50.000 gestiegen. Hiller war überrascht, als ich ihm berichtet habe, dass laut der EU-Grenzschutzagentur Frontex bis Jahresende zehn Mal so viele Flüchtlinge – 500.000 Menschen – in Italien eintreffen werden“, sagte Di Maio.

„Italien ist mit Frankreich konfrontiert, das Flüchtlinge nach Ventimiglia zurückbringt und die Grenzen schließt. Ungarn ist mit Österreich konfrontiert, das alle Asylanträge zurückschickt. Dieses perverse System heißt Dubliner Abkommen. Es zwingt das EU-Land, in dem ein Flüchtling eintrifft, für all seine Bedürfnisse aufzukommen“, sagte Di Maio.

apa

stol