Sonntag, 31. Mai 2015

Clinton bekommt neue Konkurrenz bei US-Präsidentschaftskandidatur

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat Hillary Clinton einen weiteren Konkurrenten bekommen: Nach US-Senator Bernie Sanders hat am Samstag auch der ehemalige Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley, seine Bewerbung bekannt gegeben.

Foto: © LaPresse

Umfragen zufolge liegt der Demokrat derzeit allerdings lediglich bei etwa einem Prozent in der Wählergunst.

In seiner Rede vor Hunderten Anhängern in Baltimore positionierte sich O'Malley als progressive Alternative zur Favoritin Clinton. Er sprach sich für eine Erneuerung des „amerikanischen Traums“ aus, der angesichts der wachsenden Ungleichheit in der Gesellschaft am „seidenen Faden“ hänge. Mit Blick auf die jüngsten Unruhen in Baltimore prangerte O'Malley die „extreme Armut“ an, die zu „extremer Gewalt“ führe.

Der 52-jährige Politiker blickt auf eine lange Karriere als Bürgermeister von Baltimore und als Gouverneur zurück. Als Gouverneur führte er die Homo-Ehe ein, schaffte die Todesstrafe ab und erhöhte den Mindestlohn. Für die große Mehrheit der US-Bürger außerhalb der Gegend zwischen Washington und New York ist er jedoch ein Unbekannter.

Mit O'Malley haben die Demokraten nun drei Bewerber für ihre Präsidentschaftskandidatur. Neben der 67-jährigen Clinton kandidiert noch der 73-jährige parteilose Senator Bernie Sanders aus dem Staat Vermont, der sich als Sozialist bezeichnet.

Die Republikaner zählen bereits acht Bewerber, mit der Kandidatur von acht weiteren wird gerechnet. Unter ihnen dürfte auch Jeb Bush sein, der Sohn bzw. Bruder der früheren US-Präsidenten George und George W. Bush. In Anspielung auf Bush und die ehemalige First Lady Clinton sagte O'Malley, die US-Präsidentschaft sei „keine Krone“, die zwischen zwei Königsfamilien hin- und hergereicht werde.

O'Malley zählte im Präsidentschaftswahlkampf 2008 zu den Unterstützern Clintons. Der Internetseite des Magazins „Time“ zufolge informierte er Clinton im Voraus über seine Bewerbung. Clinton reagierte im Kurznachrichtendienst Twitter: „Willkommen im Rennen, Gouverneur O'Malley“, schrieb die Ex-Außenministerin, die in Umfragen derzeit auf rund 60 Prozent kommt, während O'Malley lediglich bei etwa einem Prozent liegt. Sanders' Zuspruch bei Wählern der Demokraten liegt zwischen rund neun und 15 Prozent.

Der in Washington geborene O'Malley begann seine politische Karriere im Stadtrat der Ostküstenmetropole Baltimore, wo es nach dem Tod des Afroamerikaners Freddie Gray in Polizeigewahrsam zu schweren Krawallen gekommen war. In seiner Zeit als Bürgermeister (1999-2007) sorgte er für Wirtschaftswachstum und senkte die hohen Kriminalitätsraten. Er setzte aber auch Polizei-Taktiken durch, die bis heute als diskriminierend kritisiert werden.

O'Malley gilt als ausgesprochener Liberaler, der sich auch für strengere Waffengesetze einsetzt. Er präsentiert sich als junges Gesicht einer neuen Generation bei den Demokraten. O'Malley ist mit einer Richterin verheiratet, hat vier Kinder und lebt in Baltimore.

apa/afp/dpa 

stol