Dienstag, 08. November 2016

Clinton vs. Trump: Eine Anleitung zum Mitfiebern

Wer in Europa bei der US-Präsidentschaftswahl mitfiebern will, muss sich auf eine lange Nacht einstellen.

Banges Warten: Bis feststeht, wer neuer US-Präsident wird, wird es noch einige Stunden dauern.
Banges Warten: Bis feststeht, wer neuer US-Präsident wird, wird es noch einige Stunden dauern. - Foto: © APA/AFP

Denn die ersten Wahllokale in den US-Bundesstaaten schließen nach Mitteleuropäischer Zeit erst in der Nacht auf den kommenden Mittwoch um 24.00 Uhr. Prognosen über den Sieger sind wohl frühestens ab 02.00 Uhr MEZ zu erwarten. Es könnte sich aber noch deutlich länger hinziehen, bis sicher feststeht, ob Hillary Clinton oder Donald Trump ins Weiße Haus einzieht (Sie wollen stets auf dem Laufenden sein? Dann verfolgen Sie doch unseren Live-Blog!).

WIE FUNKTIONIERT DAS WAHLSYSTEM?

Gekürt wird der US-Präsident nicht nach Prozentanteilen, sondern nach Stimmen von Wahlleuten, welche die Kandidaten in den einzelnen Bundesstaaten erringen müssen. In den 50 Staaten und der Hauptstadt Washington sind insgesamt 538 Stimmen von Wahlmännern und -frauen zu vergeben, für den Sieg gebraucht werden 270. Wie viele Stimmen ein Staat im „Electoral College“ hat, hängt von seiner Bevölkerungsstärke ab. In fast allen Staaten gilt die Regel, dass der dortige Sieger alle Wahlleute zugeteilt bekommt.

AUF WELCHE BUNDESSTAATEN IST BESONDERS ZU ACHTEN?

In mehr als der Hälfte der Staaten zeigen die Umfragen einen klaren Vorsprung für Clinton oder Trump, so dass der Gewinner dort mutmaßlich schon so gut wie feststeht. Die Aufmerksamkeit konzentriert sich auf jene Staaten, in denen beide Kandidaten eine realistische Siegeschance sehen. Und innerhalb dieser Gruppe von „swing states“ stehen jene mit vielen Wahlleuten besonders im Fokus.

WANN KOMMEN DIE ERGEBNISSE?

Nach Schließung aller Wahllokale im jeweiligen Staat veröffentlichen die US-Medien ihre Prognosen, basierend auf Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe.

Bis 02.00 Uhr MEZ schließen die Wahllokale in etwa der Hälfte der Staaten, darunter in Florida, Georgia, North Carolina, Ohio, Pennylvania und South Carolina. Bis 03.00 Uhr MEZ endet die Wahl in weiteren etwa 15 Staaten, darunter Arizona, Michigan und Wisconsin. Bis 07.00 Uhr schließen die letzten Wahllokale an der Westküste und Alaska. Bis dahin könnte der Sieger aber schon längst klar sein.

WIE GEHT ES NACH DER WAHL WEITER?

Trump hat gedroht, bei einer knappen Niederlage das Ergebnis womöglich anzufechten. Macht er ernst, könnte ein wochenlanges juristisches Gezerre folgen – wie im Jahr 2000 zwischen George W. Bush und Al Gore, als schließlich das Oberste Gericht mit seinem Stopp der Neuauszählung in Florida die Wahl zugunsten Bushs entschied.

Rund sechs Wochen nach der Wahl stimmt das Wahlkollegium über den Präsidenten ab – dieses Jahr am 19. Dezember. Am 6. Jänner kommen dann Repräsentantenhaus und Senat gemeinsam zusammen, um die Stimmen des Kollegiums auszuzählen. Am 20. Jänner wird der Präsident oder die Präsidentin vereidigt.

apa/afp

stol