„Das Corona-Virus ist gekommen, um zu bleiben. Das werden wir nicht mehr los. Wir haben also immer noch Infektionswellen. Aber natürlich nicht mehr in dem Ausmaß, wie während der Pandemie“, erklärt sie. <BR />Derzeit befindet sich Südtirol aber wohl eher wieder auf einem Bug als in einem Tal. Die 2 bis 3 bestätigten Fälle pro Tag sind „mehr als wir in den Wochen davor hatten“, sagt Dr. Spertini. Doch sie verfälschen die Situation: „Es wird kaum noch getestet, auch wer Symptome hat, macht oft keinen Test mehr“, weiß sie. Die asymptomatischen sowieso nicht. Wie sehr Corona also tatsächlich kursiert, sei schwer zu sagen. „Es gibt aber keinen Grund zur Sorge“, so Dr. Spertini. Denn der Großteil der Bevölkerung hatte bereits Kontakt mit dem Virus bzw. wurde gegen Covid geimpft. Es sei also ähnlich wie bei anderen Infektionskrankheiten auch „Die einen legt das Virus nach wie vor flach, andere trifft es weniger stark und manche merken gar nicht, dass sie infiziert sind.“ <BR />Doch nach wie vor gebe es auch schwere Verläufe und auch Todesfälle in der älteren Bevölkerung bzw. bei chronisch Kranken. „Man kann also nicht behaupten, Corona wäre gänzlich ungefährlich geworden. Aber bei älteren Menschen bzw. bei Personen mit Vorerkrankungen kann auch ein für andere banaler Infekt einen schweren Verlauf nehmen bzw. tödlich enden“, sagt sie. <BR />„Die Situation ist absolut nicht mehr mit der von 2019/2020 zu vergleichen. Damals war das eine komplett neue Virusunterart, mit der zuvor noch niemand in Kontakt gekommen war, also hatte auch niemand einen Schutz gegen das Virus. Das war eine absolute Tragödie und hat unser Gesundheitssystem an die Grenzen gebracht, mancherorts zum Kippen“, erinnert sie sich. Die strengen Schutzmaßnamen habe es damals gebraucht, um den Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern und die Grundversorgung garantieren zu können. „Mittlerweile ist der Schutz in der Bevölkerung hoch. Bei jungen, gesunden Personen verläuft die Infektion in der Regel komplikationslos. Moment bedarf die Infektionslage keiner weiteren Maßnahmen für die Gesamtbevölkerung. Fakt bleibt, wer symptomatisch ist sollte zu Hause bleiben um andere Personen nicht anzustecken, unabhängig davon, welchen Infekt einer hat“, so Dr. Spertini. „Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte bei Menschenansammlungen nach wie vor eine Maske aufsetzen“, meint sie. <BR /><BR /><b>Derzeit grassiert die Variante JN.1</b><BR /><BR />Dass weniger getestet werde, bedeute aber nicht, dass man das Virus nicht weiterhin genau beobachte, präzisiert Dr. Spertini. „Derzeit haben wir in Südtirol die Variante JN.1, und davon die Untervariante KP.3. Das zu wissen, ist nach wie vor wichtig, um besorgniserregende Varianten zu erkennen, Testverfahren evtl. anzupassen, und nicht zuletzt den Impfstoff anzupassen“, erklärt sie. Im Herbst gibt es einen JN.1 angepassten Impfstoff. Zur Impfung rät sie nach wie vor entsprechend den Empfehlungen des Gesundheitsministeriums: ältere oder chronisch Kranke sowie für einschlägige Berufsgruppen wie etwa das Sanitätspersonal.