Freitag, 01. Juli 2016

Darum warf Boris Johnson hin

Eine Woche nach dem Brexit-Schock: Sowohl den britischen Konservativen als auch der Labour Party steht ein Hauen und Stechen um die Führung bevor.

Boris Johnson
Boris Johnson - Foto: © APA/AFP

Völlig überraschend warf der Brexit-Wortführer und Londoner Ex-Bürgermeister Boris Johnson das Handtuch. Er bewirbt sich nicht um die Nachfolge des scheidenden Premierministers David Cameron.

Grund für den Rückzieher: Mit Justizminister Michael Gove und Innenministerin Theresa May haben mächtige Konkurrenten ihre Kandidatur angemeldet. Johnson gilt zwar bei den Wählern als sehr beliebt – aber nicht unbedingt bei den Abgeordneten.

Insgesamt treten fünf Konservative an. May wird derzeit von Medien als Favoritin gehandelt. Das Verfahren zur Kandidatenauswahl beginnt bereits nächste Woche – bis zum Parteitag Anfang September soll die Führungsfrage gelöst werden.

Labour: Corbyn hält sich immer noch

Extrem schwierig sieht es dagegen bei Labour aus. Parteichef Jeremy Corbyn droht mit seiner Weigerung zum Rückzug, die Arbeiterpartei in eine tiefe Krise zu stürzen. Noch hat sich kein Konkurrent vorgewagt und den 67-Jährigen offen herausgefordert. Entgegen ersten Erwartungen gab die Abgeordnete Angela Eagle bisher nicht ihre Kandidatur für das Amt des Labour-Vorsitzenden bekannt.

Zugleich stellte Notenbankenchef Mark Carney eine baldige geldpolitische Lockerung in Aussicht. Er werde dies vermutlich in den kommenden Monaten tun müssen, sagte Carney am Donnerstag in London. Die Bank of England werde nicht zögern zu handeln, sofern dies zur Stützung der Wirtschaft oder des Finanzsystems nötig sei.

apa/dpa

stol