Der Schnee liegt meterhoch und die Luft ist bitterkalt am 24. Dezember 1818. Über der Nikolauskirche in Oberndorf bei Salzburg funkeln Myriaden von Sternen wie gleißende Diamanten auf schwarzem Samt. <BR /><BR />Doch die Menschen haben keinen Blick für die Schönheit der Heiligen Nacht. Sie sind ausgezehrt vom Hunger und der bitteren Not, die das Salzburger Land seit den Kriegen gegen Napoleon zeichnen. <BR /><BR />Glaube... Für alle, die zur Christmette kommen, verheißt er Trost und Hoffnung. Im Klang der Orgel wird sie hörbar und für diese kurze Zeit in der kleinen Kirche gibt es kein Elend, keine Hochwasser-Katastrophen und Missernten, keine verzweifelten Familien, die von der Salzach bei Oberndorf als bayerisch-österreichischer Staatsgrenze auseinandergerissen werden und auch keine verarmten Schiffer, die dadurch ihr Vorrecht für den Salztransport nach Ungarn verlieren. <BR /><BR />Für diese kurze, kostbare Zeit in der kleinen Kirche sind sie alle vereint im Stundengebet und der Vorfreude auf Christi Geburt. Doch es wird noch etwas anderes geboren an diesem heiligen Tag 1818 – ein Lied, ein einfaches Lied, so eindringlich und wahrhaftig wie ein Licht, das nicht verlischt, selbst wenn alle anderen Lichter ausgehen. <BR /><BR />Stille Nacht, heilige Nacht... Das ewige Lied! Der Text – vom 26-jährigen Hilfspfarrer Joseph Franz Mohr geschrieben vor einigen Jahren als Gedicht. Die Melodie dazu aus blanker Not verfasst in ein paar Stunden von Mohrs Freund, dem Organisten und Lehrer Franz Xaver Gruber, weil Mäuse den Blasebalg der Orgel angefressen und dem Instrument die Stimme genommen haben. <BR /><BR />Pünktlich zur Christmette ist das Werk vollbracht! Mohr singt den Tenor, Gruber den Bass. Ein zweistimmiges Lied zur Gitarrenbegleitung – eine Offenbarung! Auf der ganzen Welt erhellt es in mehr als 300 Sprachen mit seiner Heilsbotschaft die Christnacht und senkt Frieden wie Zuversicht in Herzen, „da uns schlägt die rettende Stund´“. Wir brauchen sie mehr denn je!<BR />