Samstag, 10. November 2018

Das Fest des Hl. Martin: Wer war der Heilige mit dem Mantel?

Am 10. und 11. November ziehen Kinder mit Laternen durch die dunklen Straßen und gedenken damit dem Heiligen Martin. Woher kommt aber dieser Brauch und wer war eigentlich dieser Heilige Martin?

Dem Heiligen Martin von Tours zu Ehren ziehen Kinder mit Laternen jedes Jahr am 11. November durch die dunklen Straßen und Gassen. - Foto: Twitter
Badge Local
Dem Heiligen Martin von Tours zu Ehren ziehen Kinder mit Laternen jedes Jahr am 11. November durch die dunklen Straßen und Gassen. - Foto: Twitter

Martin von Tours war ein römischer Soldat und wurde um das Jahr 316 nach Christus in Ungarn geboren. Der Legende nach begegnete er an einem eisigen Wintertag einem hungernden und frierenden Bettler.

Externen Inhalt öffnen

Martin hatte Mitleid mit dem Mann und durchtrennte mit seinem Schwert seinen warmen Mantel. Die eine Hälfte behielt er, die andere schenkte er dem Bettler. In der Nacht soll Martin dann im Traum Jesus Christus in Gestalt des frierenden Mannes erschienen sein.

Externen Inhalt öffnen

Am nächsten Morgen wusste Martin, dass er sein Leben ändern möchte, gab seinen Beruf auf und wurde Christ. Wegen seines vorbildlich asketischen Lebens, seiner Nächstenliebe und Barmherzigkeit wurde er schon zu Lebzeiten verehrt – und noch heute erinnern vielen Menschen an ihn.

Warum feiert man Sankt Martin am 11. November?

Martin starb, wie bereits gehört, am 8. November 397 im Alter von 81 Jahren. Drei Tage später wurde er im französischen Tours beigesetzt und später heiliggesprochen. Seitdem ist der 11. November der Gedenktag.

Woher kommt der Brauch mit den Laternen?

Das Licht hat in der christlichen Symbolik eine besonders wichtige Bedeutung. Die Dunkelheit steht symbolisch für den Teufel und das Böse, wohingegen das Licht ein Symbol für Christus ist. Licht steht für die Heiligkeit Gottes.

Die Kinder bringen mit ihren Laternen Licht in die Dunkelheit. - Foto: Twitter

So lässt sich auch erklären, warum die Kinder mit vielen hellen und bunten Laternen durch die Dunkelheit spazieren. Bei dem Laternenumzug spielt die von St. Martin verkörperte Nächstenliebe eine große Rolle. Das Licht, das die Kinder durch die Straßen tragen, soll Wärme und Freude in die Gesellschaft tragen.

Die Laternenumzüge gehen einerseits auf die Lichterprozessionen zurück, die am Vorabend vor hohen Festen stattfanden, zum anderen lösten sie die Martinsfeuer ab, die vielleicht Überbleibsel vorchristlicher, germanischer Erntedankfeste sind. Die großen Martinsfeuer wurden um 1800 verboten, weil sie sich als zu gefährlich für die Dörfer herausstellten.

Lieder

Genauso wie die Laternen gehören auch Lieder zum Martinstag dazu. Denn wenn die Kinder mit ihren selbstgebastelten Laternen unterwegs sind, wird viel und laut gesungen. Das wohl beliebteste St. Martins-Lied in Südtirol ist „Ich geh mit meiner Laterne“. 

Externen Inhalt öffnen

stol

stol