Freitag, 27. September 2019

„Das ist gelebte Tradition“

Bereits seit über 10 Jahren richtet die Knappenkapelle Ridnaun den Almabtrieb in Ridnaun aus – so auch dieses Jahr am morgigen Samstag. Wie aber passt das zusammen – eine Musikkapelle und ein Almabtrieb? „Das hat Tradition“, sagt der Obmann der Knappenkapelle, Daniel Ungerank.

Daniel Ungerank von der Knappenkapelle Ridnaun. - Foto: Privat
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Daniel Ungerank von der Knappenkapelle Ridnaun. - Foto: Privat

STOL: Herr Ungerank, wie kommt man als Musikkapelle dazu, einen Almabtrieb zu organisieren?

Daniel Ungerank: (lacht) Das mag zwar anfangs seltsam anmuten, doch wenn man den geschichtlichen Hintergrund kennt, dann versteht man schnell den Zusammenhang: Die Knappenkapelle Ridnaun ist aus den Reihen der Knappen vom Bergwerk Ridnaun/Schneeberg entstanden. Und eben diese Knappen hatten am Schneeberg oben im Sommer über Kühe, die wie überall sonst auch im Herbst ins Tal gebracht wurden. Somit ist es gelebte Tradition, wenn in Ridnaun die Knappenkapelle den Almabtrieb ausrichtet. 

STOL: Apropos Tradition: Sind die Almabtriebe mittlerweile nicht zu einer reinen Touristenveranstaltung verkommen?

Ungerank: Ich kann natürlich nur für unsere Veranstaltung sprechen. Aber unser Almabtrieb ist eine Veranstaltung für die einheimische Bevölkerung. Wie wir aber in den vergangenen Jahren gesehen haben, interessieren sich auch die Gäste dafür. 

STOL: Warum glauben Sie, dass sich Almabtriebe seit einigen Jahren einer solchen Beliebtheit erfreuen?

Ungerank: Ich glaube, dass Tradition und Authentizität im Trend liegen, daher sind Almabtriebe beliebt, wie man nicht nur in Ridnaun sieht, sondern im ganzen Land.

stol/sor

stol