Der nun folgende gut einen Kilometer lange Wegabschnitt ist das Freilichtmuseum von Pio Rives, Tischler aus dem Ort mit viel Fantasie, einem offenem Ohr und großer Lust spontane Ideen in kleine Kunstwerke umzusetzen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="954010_image" /></div> <BR /><BR />Das erste Verkehrszeichen könnte angesichts der schmalen Almstraße als Durchfahrtsverbot für Wohnwagenanhänger interpretiert werden, wobei das handgemalte Schild auf einer Holzplatte in einem alten Autoreifen gebastelt wurde. Es gibt aber auch ein topaktuelles Schild zum Borkenkäfer oder eines zu den Wolfsrissen.<BR /><BR />Die Attraktion unter all den unzähligen Attraktionen ist zweifelsohne Pio Rives' „Murmeltierweg“.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="954013_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Über einen schmalen Wiesenweg, den unzählige geschnitzte Murmeltiere zieren, gelangt man zu einem kleinen Bachlauf, wo sich rund 20 Wasserräder drehen; horizontal und vertikal; manche schlagen auch noch einen Hammer oder ein kleines Stampfwerk an; die kleinen flitzen nur so, die großen drehen sich bedächtig. <BR /><BR />„Ich bin eigens mit meinen Enkelkindern hierher gekommen, um ihnen dieses faszinierende Spiel aus reiner Wasserkraft zu zeigen“, sagt ein Einheimischer. Auch ein deutscher Gast, der mit seiner Familie den Weg entlang gegangen ist, konnte nicht widerstehen. Während die Frau mit dem Säugling im Kinderwagen auf einer der von Rives gebauten Bänke in der Herbstsonne rastet, ist der Vater mit dem kleinen Sohn zu den Wasserrädern hinuntergestiegen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="954016_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Apropos Bänke. Rives aktuellstes Projekt ist seine Interpretation eines Sitzes für jede der derzeit wahlwerbenden Parteien für die kommenden Landtagswahlen. Entlang des Weges hat jede Partei ihre eigene Sitz-Bank bekommen; manch eine sehr rustikal, andere eher zierlich, mit breiter Lehne oder schon fast wie ein Liegestuhl, direkt am Weg oder ein Stück in der grünen Wiese aufgestellt usw. <BR /><BR />Begonnen hat alles vor 14 Jahren, erzählt Rives. Seither habe ihn diese Begeisterung nicht mehr losgelassen. Er werde weder angestellt, noch werde er dafür bezahlt. „Ich habe eine Idee und versuche sie umzusetzen“, sagt er und fügt an, dass er Tischler sei, nicht ein Künstler. „Gelingt es, ist's gut, und sonst hab ich ja einen Ofen“. Es sei wie bei einem Musiker. Auch diesem gelinge nicht immer alles auf Anhieb.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="954019_image" /></div> <BR /><BR />Einen schmalen, inzwischen verwitterten Baum zieren zahlreiche Eulen. Wie er diese Eulen bis in die schmalsten Äste befestigt hat, wisse er heute selbst nicht mehr, meint er mit einem Lächeln; nur, dass es ohne Leiter war: „Ich war halt noch ein bissl elastischer“.<BR /><BR />Ähnlich wie die Wasserräder, hat Rives auch so manche Windräder aufgestellt und immer wieder kommt etwas Neues hinzu. In Kürze, wenn die Temperaturen sinken und das Wasser gefriert, werden die Wasserräder stehen bleiben. Eine Wanderung zu den Peitlerwiesen lohnt sich zu jeder Jahreszeit und der Weg dorthin bleibt spannend, denn Pio Rives tüftelt weiter in seiner Werkstatt und ergänzt oder verändert immer wieder seine Kunstausstellung am Wegesrand.<BR />