Die russischen Oligarchen zittern um ihre Yachten: Wo hat Roman Abramowitsch seine „Spielzeuge“, die Yachten „Eclipse“ und „Solaris“, vor den EU-Sanktionen in Sicherheit gebracht? <BR /><BR /><BR />Die „Eclipse“ ist ein schwimmendes Schloss: Auf der Yacht befinden sich ein 16 Meter langer Pool, ein Kino, eine Disco, Wellness- und Fitnessbereiche, ein riesiges Aquarium, eine Kunstgalerie, eine Bank, ein Casino und ein Weinkeller. Dazu kommen 20 Jetskis, 4 Motorboote, 2 Hubschrauberlandeplätze und ein Innenhafen, in dem sogar ein kleines U-Boot Platz hat. 18 luxuriöse Kabinen bieten Platz für 36 Passagiere, die von bis zu 70 Crewmitgliedern umsorgt werden. <BR /><BR />Großer Wert wurde auf die Sicherheit gelegt, mit einem Überwachungssystem mit Einbruchserkennung, elektronischen Störmaßnahmen gegen Digitalfotografie (Anti-Paparazzi-System), gepanzerten Wänden und kugelsicherer Verglasung sowie einem Raketenabwehrsystem. Inklusive Ausstattung soll sie bis zu 850 Millionen Euro gekostet haben. <h3> Jetzt in der Türkei</h3>Die „Eclipse“ wurde im Gegensatz zu den Yachten anderer russischer Oligarchen nach dem Beginn des Ukrainekrieges nicht beschlagnahmt. Anfangs hielt sie sich in der Karibik auf und ankert mittlerweile im Hafen von Marmaris an der türkischen Riviera. Ihre kleine „Schwester“, Abramowitschs Zweityacht „Solaris“, liegt seit vorgestern im nahen Hafen von Bodrum. <BR /><BR />Die „Eclipse“ wurde 2010 in der Blohm+Voss-Werft in Hamburg für Roman Abramowitsch (55) gebaut. Im Laufe der Jahre haben viele Stars und Machthaber auf der Yacht logiert, unter anderen Ex-Beatle Paul McCartney (79) und Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio (47). Legendär sind Abramowitschs jährliche Silvesterpartys in St. Barts. Zunächst hat der Oligarch den Luxus-Koloss auch vermietet. Schlappe 1,4 Millionen Euro kostete es, sich eine Woche lang auf der „Eclipse“ zu vergnügen (natürlich inklusive Personal). <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="751127_image" /></div> <BR /><BR />Roman Abramowitsch galt lange Zeit als der reichste Russe. Mittlerweile wurde er von mehreren Landsleuten überholt. 2021 schätzte „Forbes“ sein Vermögen „nur“ noch auf 14,5 Milliarden Dollar. Abramowitsch wurde jahrelang als der einflussreichste Oligarch im Umfeld von Präsident Wladimir Putin (69) eingeschätzt und soll eine wichtige Rolle im Machtwechsel von Boris Jelzin zu Putin im Jahr 2000 gespielt haben. <BR /><BR />Abramowitsch ist jüdischer Herkunft, seine Großeltern wurden 1940 von Litauen nach Sibirien deportiert, wo sein Großvater im Gulag starb. Er selbst wuchs bei 2 Onkeln auf, nachdem bis zu seinem vierten Lebensjahr beide Eltern gestorben waren. Sein Studium der Ingenieurwissenschaften brach Abramowitsch ab und stellte Kinderspielzeug her. <h3> Immenser Reichtum</h3>Nach dem Zerfall der Sowjetunion häufte er durch Geschäfte mit staatlichen Energieversorgern und seine Bekanntschaft mit dem Jelzin-Vertrauten Boris Beresowski immense Reichtümer an. Heute hält der Oligarch Anteile am Stahlgiganten Evraz und Norilsk Nickel. Er ist Mehrheitseigentümer des englischen Fußball-Clubs FC Chelsea, von dessen Führung er aber wegen des Ukrainekrieges zurücktreten musste und den Club verkaufen will. <BR /><BR />Politisch war Abramowitsch als Abgeordneter in der Duma und von 2000 bis 2008 als Gouverneur der Region Tschukotka aktiv. In diesen Funktionen soll er auch sozial aktiv gewesen, vor allem mit großen finanziellen Hilfen für das verarmte Tschukotka im äußersten Nordosten Sibiriens sowie mit der Unterstützung von Kindern und Kinderheimen. <BR /><BR />2016 wollte sich Abramowitsch, der zweimal verheiratet war und 7 Kinder hat, in der Schweiz niederlassen. Er wurde aber vom Bundesamt für Polizei wegen Verdachts auf Geldwäsche und mutmaßlicher Kontakte zu kriminellen Organisationen als Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Reputationsrisiko eingestuft. Nachdem sein Visum für Großbritannien 2018 abgelaufen war, ließ er sich in Israel nieder und erhielt wegen seiner jüdischen Herkunft auch die israelische Staatsbürgerschaft. Heute lebt Abramowitsch wieder in Moskau.<BR /><BR />Diese Yachten russischer Oligarchen wurden nach der Verhängung der Sanktionen bereits beschlagnahmt: <BR /><BR /><embed id="dtext86-53528447_gallery" />