<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Kann es sein, dass Sie sich vor dem Sprechen zwar überlegen, was Sie sagen möchten, jedoch meist wenige Gedanken daran verschwenden, wie Sie das Ganze formulieren? Oder besser gesagt, welche Worte Sie dafür wählen? <BR /><BR />Lassen Sie sich eines gesagt sein: Zwar geht es sicherlich vielen Menschen so, trotzdem täten Sie gut daran, etwas an Ihrer Vorgehensweise zu ändern. Worte sind nämlich viel mehr als abstrakte Sprachgebilde. Sie formen unser Denken, unser Handeln und damit unser Leben. <BR /><BR />Wie so oft, erbringt unser Gehirn auch beim Verarbeiten von Sprache eine wahre Meisterleistung. Jedes Wort, das wir lesen oder hören, wird in einen Kontext eingeordnet und mit dem, was in unserem Gedächtnis gespeichert ist, in Beziehung gesetzt. <BR /><BR />Dabei werden innerhalb kürzester Zeit ganze Areale von gespeichertem Wissen aktiviert, vergangene Erfahrungen und Erlebnisse, bekannte Gefühle, Gerüche und Bilder werden aufgerufen, um die an sich neutralen und abstrakten Konzepte zu verstehen. <BR /><BR />Doch damit nicht genug: Auch unsere Nerven und unser Bewegungsapparat kommen nach und nach in Fahrt. In Windeseile berechnet unser Gehirn nämlich sogar Bewegungsabläufe, die zusammen mit dem Inhalt des Gelesenen, Gehörten oder Gesagten abgelegt wurden.<h3> Worte formen die Welt</h3>Worte und sprachliche Gebilde werden demnach in eine Art Rahmen, in der Fachsprache als „Frame“ bezeichnet, eingeordnet. Damit verbunden ist stets auch eine Wertung bzw. eine Interpretation, sodass unser Denken automatisch in eine bestimmte Richtung gelenkt wird. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67482092_quote" /><BR /><BR />Dieses wiederum beeinflusst – wie wir bereits wissen – unser Handeln und nicht zuletzt unseren Blick auf die Umgebung und die Welt um uns herum. Dass auch unsere Gefühle angesichts dessen nicht unbeeinflusst bleiben, versteht sich fast schon von selbst. <BR /><BR />Wie wir etwas sagen oder gesagt bekommen, ist also alles andere als unbedeutend. Hören wir ein „Das war gut“ oder „Das war spitze“, so werden in unserem Kopf aller Wahrscheinlichkeit nach positive Assoziationen aufgerufen, die möglicherweise an frühere Erfolge oder glückliche Momente in unserem Leben geknüpft sind.<BR /><BR /> „Nicht schlecht“ hingegen enthält etwas zutiefst Negatives, das für unser Gehirn selbst durch die an sich inhaltsleere Verneinung nicht abgemildert werden kann. Was zurückbleibt ist die Enttäuschung – und die Erkenntnis, dass die Sprache doch mächtiger ist, als wir es vielleicht geglaubt hätten. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1030308_image" /></div> <embed id="dtext86-64782998_listbox" />