Sonntag, 26. November 2017

Demonstrationen in ganz Italien gegen Gewalt an Frauen

Italien macht gegen Gewalt an Frauen mobil: Demonstrationen fanden am Samstag in mehreren italienischen Städten im Rahmen des jährlichen Aktionstags zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen statt.

Seit Anfang 2017 wurden in Italien 114 Frauenmorde begangen.
Seit Anfang 2017 wurden in Italien 114 Frauenmorde begangen.

Tausende Menschen versammelten sich in Rom auf der zentralen Piazza della Repubblica und schwenkten Plakaten mit Slogans für die Freiheit der Frauen.

„Wir nehmen uns die Freiheit zurück!“, lautete der Slogan der Demonstrationen, die unter anderem von der Präsidentin der Abgeordnetenkammer, Laura Boldrini, unterstützt wurden. Boldrini rief Opfer von Gewalt auf, Mut zur Anzeige zu haben.

114 Frauen seit Jahresbeginn ermordet

Seit Jahresbeginn wurden laut jüngsten Angaben 114 Frauen in Italien ermordet, die meisten davon von Ehemännern, oder Lebensgefährten.

Damit bestätigte sich ein negativer Trend, der bereits 2015 begonnen hatte, geht aus einem Bericht des Instituts Eures hervor. 2016 waren 150 Frauen ermordet worden, das waren 5,6 Prozent mehr gegenüber 2015.

Demonstrierende fordern mehr Chancengleichheit

Organisiert wurden die Demonstrationen von italienischen Frauenverbänden. Sie klagen auch über Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt und einen Mangel an Kinderbetreuung.

Sie fordern mehr Halbtags-Jobs und Unterstützung für Familien sowie Chancengleichheit und ein Ende des sexistischen Umgangs mit Frauen.

25. November: Jährlich Veranstaltungen gegen Gewalt an Frauen

Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen jedes Jahr zum 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen thematisiert wird und die die allgemeine Stärkung von Frauenrechten zum Ziel haben.

Dabei kommen vor allem Themen wie Zwangsprostitution, sexueller Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung, Beschneidung von Frauen, häusliche Gewalt, Zwangsheirat, vorgeburtliche Geschlechtsselektion, weibliche Armut und Frauenmorde zur Sprache.

apa

stol