Mittwoch, 27. Mai 2015

Der EU-Plan: Wer wie viele Flüchtlinge aufnehmen soll

Nach dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Verteilungsschlüssel müsste Deutschland am meisten Flüchtlinge aufnehmen. Dabei wird zwischen Migranten unterschieden, die bereits in Europa sind, und solchen außerhalb Europas. Beide Pläne bedürfen noch der Zustimmung der EU-Staaten und des Europaparlaments.

Wer kommt wohin? Die EU hat einen vorläufigen Plan.
Wer kommt wohin? Die EU hat einen vorläufigen Plan. - Foto: © LaPresse

Verteilung in Europa per Quote

Deutschland müsste laut Vorschlag mit 18,42 Prozent anteilig die meisten Flüchtlinge in der EU aufnehmen. An zweiter Stelle stünde Frankreich mit 14,17 Prozent vor Italien mit 11,84 Prozent. Auf Spanien entfielen 9,1 Prozent.

Die Gesamtzahl der Flüchtlinge, für die dieser Schlüssel gelten soll, ist offen.

Die Quoten sollen die Mittelmeerländer entlasten, in denen viele Bootsflüchtlinge ankommen. Laut Tabelle müsste Griechenland lediglich 1,9 Prozent aufnehmen, Malta 0,69 Prozent.

Berücksichtigt werden dabei werden die Wirtschaftsleistung des Aufnahmelandes, seine Bevölkerungsgröße, Arbeitslosenquote sowie die Zahl der bereits aufgenommenen Asylbewerber und umgesiedelten Flüchtlinge.

Die Entscheidung über Asylanträge würde das Aufnahmeland treffen. Ausgenommen von dem Schlüssel wären Großbritannien, Irland und Dänemark. Sie müssen in diesem Politikbereich nicht an europäischen Gemeinschaftsaktionen teilnehmen.

Weitere 20.000 Flüchtlingen

Die EU will außerdem Länder außerhalb Europas entlasten, die vielen Flüchtlingen etwa aus dem syrischen Bürgerkrieg Zuflucht gewähren.

Für die Aufnahme von rund 20.000 Flüchtlingen schlägt die Kommission ebenfalls Quoten vor, diesmal zur Verteilung auf alle 28 EU-Staaten.

Demnach würden auf Deutschland 3086 Personen oder 15,43 Prozent entfallen. Frankreich stünde an zweiter Stelle mit 2375 Menschen (11,87 Prozent). Für Großbritannien empfiehlt die EU-Kommission 2309 Personen (11,54 Prozent).

dpa

stol