Die erwachende Natur zeigt sich im Frühlingstal im Überetsch von ihrer schönsten Seite. Im südlichen Teil des Tales stehen die Frühlingsknotenblumen und Leberblümchen voll in Blüte. Viele Besucher genießen das kleine Naturwunder. <i><BR /><BR /><BR /><BR />Von Flora Brugger</i><BR /><BR /><BR />Karg ist die Landschaft noch – auch im sonnenverwöhnten Überetsch, und nur zaghaft lugt das erste Grün aus dem Boden hervor. An schattigen Stellen liegt noch Schnee. Eine geradezu verschwenderische Blütenpracht zeigt sich da schon im Frühlingstal und lockt die Besucher an. Unter dem dürren Laub drängen die Leberblümchen ans Licht; vereinzelt sind auch schon Primeln zu sehen, die im trockenen Gras wie Sterne leuchten. Ganze Teppiche bilden die Märzenbecher oder – wie sie oft auch genannt werden – die großen Schneeglöckchen. <BR /><BR />„Heuer sind sie besonders groß; vermutlich liegt es am vielen Schnee, der den Boden feucht hielt“, sagt Hildegard Costa, die mit Traudl Andergassen den schönen Waldweg des Frühlingstals immer gerne begeht – besonders im Frühjahr, wenn alles blüht. <BR /><BR /><b>Geländemulde ist vom Klima begünstigt</b><BR /><BR />Das Frühlingstal ist ein Biotop und liegt in einer vom Klima begünstigten Mulde zwischen dem Montiggler See und dem Kalterer See. Durchzogen wird es vom Angelbach. „Es ist so ruhig hier, so schön und erholsam – Wellness für die Seele“, betont Helga Mairl. Ihre Begleiterin Melita Werth sieht es nicht anders und genießt den Spaziergang und den Blick auf die vielen Märzenbecher, die den Weg säumen. Den Setter „Kira“ beeindruck das alles weniger. Was ihn interessiert, ist die Bewegung, und er zieht bestimmt an der Leine, während die Frauen innehalten und den Blick auf den Blütenteppich genießen. <BR /><BR />In schnellerem Tempo unterwegs ist Kurt Anrater – ebenfalls mit dem Hund, dem Australian Shepherd „Harry“. Im Lockdown hat Anrater mehr Zeit, die er gerne für Wanderungen nützt. Es gibt kaum einen Weg im Umkreis von Eppan, den er nicht schon gegangen ist: von der Burgenwanderung und der Umrundung des Montiggler Sees, bis zur Wanderung hinauf nach Matschatsch – alles von seinem Wohnhaus in St. Michael aus. „Ein schöner Weg führt auch bis Graun; aber da lag heuer zu viel Schnee“, sagt Anrater. <BR /><BR /><b>Besucheransturm an den Wochenenden</b><BR /><BR />Besonders beliebt ist der Waldweg durch das Frühlingstal. In Nicht-Covid-Zeiten kamen die Besucher zur Blüte im Frühjahr von überall her – auch mit Bussen. Jetzt gehört der Weg einmal nur den Überetschern selbst. <BR /><BR />„An Wochentagen ist es angenehm, aber an den Wochenenden ziehen ganze Karavanen durch: ein Strom zieht von Eppaner Seite her, ein Strom von Kaltern aus“, sagt Sabine Wöth. Sie ist mit Marianne Höller unterwegs, an einem Werktag, und sie genießen die Ruhe und die Blütenpracht. „Es ist geradezu eine Explosion, mit der die Natur uns jedes Frühjahr beschenkt.“