Montag, 22. August 2016

Der IS nennt sie „junge Löwen“: Deutlich mehr Attentäter unter 18

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) missbraucht für ihren Terror schon lange Minderjährige.

Die Attacke auf die Hochzeitsparty in der Türkei hat über 50 Tote gefordert. Ein Kind hatte sich in die Luft gesprengt. Nicht zum ersten Mal. Der IS missbraucht für seinen Terror schon lange Minderjährige.
Die Attacke auf die Hochzeitsparty in der Türkei hat über 50 Tote gefordert. Ein Kind hatte sich in die Luft gesprengt. Nicht zum ersten Mal. Der IS missbraucht für seinen Terror schon lange Minderjährige. - Foto: © APA/AFP

Die Extremisten setzen Kinder nicht nur als Selbstmordattentäter, sondern auch als Kämpfer und Wachen ein. Der jüngste Anschlag in der Türkei wurde von einem 12 bis 14 Jahre altem Kind verübt. Dabei starben mehr als 50 Menschen.

Für Aufsehen sorgte im Jänner 2015 auch in IS-Video, das zeigt, wie ein maximal zwölf Jahre alter Junge zwei angebliche Spione des russischen Geheimdienstes mit einer Pistole erschießt.

Deutlich mehr minderjährige IS-Attentäter

Im Frühjahr vergangenen Jahres gab es zugleich Meldungen, die Dschihadisten hätten ihre Aktivitäten zur Rekrutierung Minderjähriger intensiviert.

Die Georgia State University kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl minderjähriger IS-Selbstmordattentäter im vergangenen Jahr deutlich zugenommen hat. Die Forscher werteten 89 Fälle aus, in denen Kinder im Namen des IS ums Leben kamen. Davon sprengten sich fast 40 Prozent mit Autos oder Lastern selbst in die Luft.

IS nennt sie die „jungen Löwen“

Der IS hat eigene Rekrutierungsbüros eingerichtet, die möglichst viel Nachwuchs für seine sogenannten „jungen Löwen“ anwerben sollen. Immer wieder gibt es Berichte über die Zwangsrekrutierung Minderjähriger, etwa von Angehörigen der religiösen Minderheit der Jesiden im Irak.

In den IS-Schulen werden die Kinder von frühester Jugend an mit Dschihad-Propaganda indoktriniert. Später kommen sie in Trainingslager, wo sie für den Kampf ausgebildet werden.

„Generell weniger ängstlich“

Als Selbstmordattentäter seien Kinder für den IS wertvoll, „weil sie generell weniger ängstlich als Erwachsene sind und Situationen durch frühere Erfahrungen nicht überanalysieren“, heißt es in einer Studie der Quilliam Foundation aus London. Bilder von minderjährigen Selbstmordattentätern verbreiten die Extremisten im Internet.

apa/dpa

stol