Der Kalterer See zählt zu den bekanntesten Urlaubsdestinationen des Alpenraums. Seit 120 Jahren gehört er der Allgemeinheit: 73 Jahre lang war die Gemeinde Kaltern die Besitzerin, seit 1974 ist er Eigentum des Landes Südtirol. <BR /><BR /><BR /><BR />„Der See ist für Kaltern ein Kapital – für die einheimische Bevölkerung und für den Tourismus“, sagt Bürgermeisterin Gertrud Benin Bernard. Er habe Kaltern bekannt gemacht und schon früh zu einem blühenden Tourismus beigetragen. Aber auch für die einheimische Bevölkerung sei der See bedeutsam – als Badesee und Naherholungsgebiet, aber auch wegen seiner Fischbestände: Hechte, Barsche, Karpfen und Schleie bis hin zu Aal, Weißer Amur und Brasse können geangelt werden.<BR /><BR /><b>2 Karpfen für jeden Kalterer</b><BR /><BR /> Mit den Fischbeständen und der Fischerei hängt auch der Verkauf des Sees zusammen. Laut einem alten Recht durfte jeder Kalterer zweimal im Jahr einen Karpfen stechen. Dies zu überwachen, war aber alles eher als leicht. Der Seebesitzer Baron Josef Di Pauli wollte Streitigkeiten vermeiden und beschloss, den See zu verkaufen.<BR /><BR />Der historische Hintergrund ist im Kalterer Gemeindeblatt vom 7. Dezember 2001 genau aufgezeigt. „Am Stephanstag, den 26. Dezember 1900, kommt der Gemeinderat zusammen, um 9 Tagesordnungspunkte zu behandeln. Auf der Tagesordnung steht auch der Ankauf des Kalterer Sees:“ So steht zu lesen. <BR /><BR />Alleiniger Eigentümer war der ehemalige österreichische Handelsminister in Wien, Baron Josef Di Pauli. Der damalige Bürgermeister Johann Jakob Andergassen trug im Gemeinderat Di Paulis Schreiben vor. Darin erklärte dieser seine Bereitschaft, den See an die Gemeinde zu verkaufen. Als Kaufpreis nannte er 11.000 Kronen. Zur Veranschaulichung: Das monatliche Anfangsgehalt des Kellermeisters der Ersten Kellerei betrug damals 110 Kronen, ein Paar Ochsen kostete gut 500 Kronen. <BR /><BR />Am 22. April 1901 wurde der Kaufvertrag „in Abschrift sub Folio 1694 beim k. k. Bezirksgericht Kaltern verfacht.“ Somit ging der See ins Eigentum der Gemeinde Kaltern über, nachdem er 25 Jahre lang in Privatbesitz gestanden war. Wie aus den Urkunden hervorgeht, hatte das österreichische Finanzministerium dem Baron Josef Di Pauli um 113.000 Gulden „das Eigentumsrecht der bereits in seinem Genusse stehenden Pfandherrschaft Kaltern und Laimburg“ verkauft. Dazu gehörte auch der Kalterer See. <BR /><BR /><b>73 Jahre in Gemeindebesitz</b><BR /><BR />73 Jahre lang gehörte er der Gemeinde Kaltern. Seit 1974 ist er Eigentum des Landes Südtirol, das den See verwaltet und überwacht. Der Kalterer See ist der wärmste Alpensee, der sich für die verschiedensten sportlichen Tätigkeiten eignet – vom Baden und Paddeln bis zum Surfen. Um den See wandern oder radeln ist ebenfalls sehr beliebt bei Jung und Alt. 155 Quadratmeter groß ist die Oberfläche – bei einer Länge von 1800 Metern und einer Breite von 900 Metern. Das Seegebiet ist als Biotop ausgewiesen.