<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Vielleicht ist die These etwas gewagt, doch ich stelle sie trotzdem in den Raum: Jeder kennt Lampenfieber. Aus der Schule, wenn es darum ging, bei Tests oder Prüfungen zu bestehen. Aus dem Berufsleben, wenn bei Meetings, Präsentationen oder Gesprächen volle Leistungsbereitschaft gefragt ist. <BR /><BR />Aus dem Alltag, wenn es an der Zeit ist, endlich zur eigenen Meinung und zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen. Oder sogar von der Bühne, wenn das Scheinwerferlicht angeht und plötzlich nichts mehr versteckt werden kann. <BR /><BR />Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass es kaum jemanden gibt, der nicht schon unzählige Strategien ausprobiert hat, um mit Nervosität, Unsicherheit und Zweifeln in derart wichtigen Momenten umzugehen.<BR /><BR /> Eine der beliebtesten davon ist gutes Zureden: sich selbst davon überzeugen, dass es keinen Grund zur Aufregung gibt – und dann feststellen, dass es rein gar nichts gebracht hat. <BR /><BR />Kein Wunder, denn alles Rationale ist in diesem Zusammenhang wie der eingangs erwähnte falsche Schlüssel. Wenn die Stress- und Überlebensreaktion erst einmal gestartet wurde, setzt positives Denken an der falschen Stelle an. Was wir stattdessen brauchen, ist etwas, das auf das Nervensystem direkt einwirkt, damit Körper und Geist sich beruhigen und unser Können und unsere Expertise abrufbar bleiben.<h3> Atemübungen</h3> Unser Atem wird direkt vom autonomen Nervensystem gesteuert und ist Ausdruck unseres inneren Zustandes. Stehen wir unter Stress, atmen wir automatisch flach und schnell, während wir im Ruhezustand tief und langsam atmen. Das Geniale daran: Diese Verbindung funktioniert auch in die entgegengesetzte Richtung. Will heißen: Wenn wir unseren Atem bewusst steuern, senden wir unserem System ein Sicherheitssignal, das bewirkt, dass die Nervosität weniger wird. <BR /><BR />Probieren Sie also einmal, durch die Nase ein- und viermal länger durch den Mund wieder auszuatmen und das Ganze mehrmals zu wiederholen. Sie werden sehen, es wird ruhiger – vor einem Auftritt, aber auch im Alltag. <h3> Power-Posen</h3>Wie die Atmung ist unsere Körperhaltung ein Spiegel unseres emotionalen Erlebens. Und auch diese können wir bewusst steuern, um dem Gehirn zu signalisieren, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Bevor Sie das nächste Mal in die Sichtbarkeit gehen, wählen Sie eine Pose, die für Sie Stärke und Mut symbolisiert. Nehmen Sie sie ein und halten Sie sie für ein paar Minuten. Vielleicht klingt es unwahrscheinlich, doch glauben Sie mir, auch das macht etwas mit Ihnen und Ihrer Verfassung. <h3> Duftanker</h3> Ätherische Öle sind natürliche Helfer, die unser System über unsere Haut und unseren Geruchsapparat auf ganz unmittelbare Weise erreichen und auch dann wirken, wenn wir bewusst nichts dazu beitragen. Richtig gewählt, können sie vor wichtigen Momenten ein Gefühl von Ruhe und Gelassenheit fördern oder auch stabilisierend, erdend und ermutigend wirken. Wenn sie zusätzlich mit einer passenden Visualisierungsübung verbunden werden, wirken die Anker doppelt und einem erfolgreichen Auftritt steht nichts mehr im Wege. <h3> Zur Person</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.