„Giahn mr riahrn“ heißt es am Freitag, dem wöchentlichen Brotbacktag auf dem Roatnocker-Hof in Unsere Liebe Frau im Walde. Es ist Zeit, den Teig für das Roggenbrot umzurühren, aus dem anschließend über 200 „Paarlen“ geformt werden. Bio-Bauer Georg Weiss stellt das Brot noch genauso her, wie sein Vater und Großvater.<BR /><BR /><BR />Das nötige Wissen dafür wurde über Generationen hinweg weitergegeben, erklärt uns der traditionsbewusste Bauer. Neben Roggenbrot werden auf dem Roatnocker-Hof auch Rohkäse und verschiedene Getreideprodukte erzeugt und verkauft. Dabei hätte jedes Produkt seinen Ursprung auf dem Bauernhof.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="947908_image" /></div> <BR /><BR />„Wir nutzen insgesamt circa 2,5 Hektar Ackerfläche. Das war aber nicht immer so viel. Hier in Hof-Nähe hatten wir immer ein paar Roggen-, Weizen- oder Gersten-Felder, aber nicht so viele“, schildert der Bauer aus Unsere Liebe Frau im Walde. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="947923_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Vor etwa 15 Jahren hätte die Familie dann begonnen, auch im Nonstal Getreide anzubauen. Vorher hätte es dort es so gut wie keine Äcker mehr gegeben. Denn der Ackerbau, der früher noch gang und gäbe war, sei immer seltener geworden durch das Aufkommen der Milchwirtschaft.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="947911_image" /></div> <BR /><BR /><BR />„Als die älteren Leute schließlich unser Getreide sahen, wie es sich im Winde wiegt, erinnerte sie das an früher als noch so gut wie jeder Bauer sein eigenes Getreide anbaute. Sie freuten sich, dass wieder Getreide angebaut wird“, erinnert sich Weiss zurück.<BR /><h3> An eigenen Überzeugungen festhalten</h3><BR />Nichtsdestotrotz sei der Anfang nicht besonders einfach gewesen. Es hätte auch Missgunst gegen den Getreideanbau und die Haltung des Tiroler Grauviehs, gegeben, sagt Georg Weiss. “Aber wir haben an unseren Überzeugungen festgehalten und es hat sich gelohnt.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="947914_image" /></div> <BR /><BR />Sein Sohn und Jungbauer, Theodor Weiss, sei mittlerweile in der 5. Generation hier auf dem Roatnocker-Hof. Neben Roggen, Gerste und Weizen baut die Familie mittlerweile auch Leinsamen, Hafer, Mais und Buchweizen an. <BR />Für den Jungbauern seien es besonders 2 Dinge, die die Arbeit der Familie Weiss ausmachen: „Jedes Hofprodukt ist ein Unikat. Jeder Hof folgt da seinem eigenen Rezept“, erklärt Theodor Weiss. Das „Geheimrezept“ für ein gutes Produkt liege für den jungen Bauern in der Rückverfolgbarkeit. Vom Korn bis zum gebackenen „Paarl“ lasse sich auf dem Roatnocker-Hof alles zurückverfolgen. „Es geht uns um Qualität, nicht um Quantität“, verrät der Jungbauer.<h3> Der erste Käsekessel zu Weihnachten</h3><BR />Die traditionsbewusste Familie Weiss räumt neben Methoden und Wissen, die sich über Jahrzehnte bewährt haben, auch neuen Ideen genügend Platz ein. Die Idee, Käse zu produzieren, hätte zum Beispiel Sohn Theodor gehabt. Und so dauerte es nicht lange, bis das Christkind das erste<BR />„Kaskessele“ brachte und der erste Käse produziert wurde, erzählt der Jungbauer.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="947917_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Auch für den Käse gelte, genauso wie für das Brot: So viel, wie die Familie selbst brauche, behalte sie. Der Rest werde verkauft. Wenn nichts mehr da sei, sei eben nichts mehr da. Die Kunden würden das verstehen und auch genau das schätzen. Mittlerweile hätte die Familie auch zahlreiche Stammkunden.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="947920_image" /></div> <BR /><BR />„Es geht nicht immer um mehr, mehr und mehr. Man muss manchmal auch etwas zurückfahren. Besonders seit Covid bemerken wir, dass es immer mehr Interesse an unsere Arbeit gibt. Ich denke, dass ein Umdenken stattgefunden hat und sich die Leute wieder mehr auf das Lokale besinnen“, schildert Georg Weiss seine Erfahrung der letzten Jahre.<BR />