Mittwoch, 15. Juni 2016

Der Sommer tanzt

Kurse und Performances bringen vom 18. bis 30. Juli 2016 Bewegung nach Bozen. Jahr für Jahr aufs Neue versammeln sich in Bozen die erfahrensten Lehrer und die erfolgreichsten Kompanien und laden zum Tanz: die einen laden zum Mitmachen ein, die anderen zum Zusehen – in jedem Fall ist es eine Einladung zum Eintauchen in die leidenschaftliche und aufregende Welt des Tanzes.

Die große Vielfalt der Kurse bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, aus einer breiten Palette an Tanzstilen und Niveaus zu wählen. Der Stundenplan bietet in jedem Tanzstil, ob Ballett, Hip Hop, Flamenco, Afro Brazil usw., jeweils Stunden für absolute Neueinsteiger aber auch Training für Profis oder Tanzstudenten. Wie alle Dozenten bei Tanz Bozen zeichnen sich daher auch die Hip Hopper Fabrizio Lolli und Nina Kripas durch ihren individuellen Stil und durch die Art ihrer Unterrichtsgestaltung aus.

Sehr kraftvoll und temperamentvoll geht es in den Flamencostunden zu: Juan Carlos Lèrida bringt das spanische Temperament in die Bozner Hallen, Achille Acakpo und Anderson Pinheiro da Silva hingegen Afro Brasilianisches Flair. Neben dem großen Angebot an klassischen Ballettstunden stehen auch zahlreiche zeitgenössische Tanzworkshops zur Auswahl.

Der Jazztanz ist bei Tanz Bozen seit vielen Jahren mit dem Namen Anne Marie Porras verbunden, aber auch Rosy Calheiros und Sam Watson, die mit den Tanzstilen Latin Jazz bzw. American Jazz die Idee des Jazztanzes weiterentwickelt haben sind fixer Bestandteil des Stundenplans. Schließlich sind noch die Körpertrainingsmethoden Pilates, Yoga und Feldenkrais zu nennen, die bei Tanz Bozen einen wichtigen Platz haben.

First Steps – tanzen ab 5 Jahren

In den Kursen für die Jüngsten gibt die Offenheit den Ton an. Hier geht es um das spielerische Entdecken von Raum und Rhythmus, um das Verbinden von ersten Schritten und Figuren, um das freudvolle und unbeschwerte Erkunden der eigenen Möglichkeiten. „Diese Offenheit ermöglicht den Kindern, ihre verschiedenen Qualitäten in der Bewegungsfindung auszuleben. Mit einer Technik kommen sie sehr schnell an ihre Grenzen. Ich möchte sie so lange wie möglich frei erziehen, so dass ihnen alle Möglichkeiten offen bleiben“, so Ulla Wenzel, die Kreativen Kindertanz für zwei Altersstufen ab fünf Jahren bei Tanz Bozen unterrichtet. „Mein Grundsatz ist“, so die Tanzpädagogin, „das Gesamtpotenzial des Kindes anzusprechen. Ich beginne mit dem zu arbeiten, was sie an Fähigkeiten von sich aus mitbringen.“

Im Einklang

Live-Musik ist der Punkt auf dem „i“ jeder Tanzstunde, besonders dann, wenn Lehrer und Musiker dabei zu einem unzertrennlichen Ganzen zusammenwachsen, egal, ob sie gerade das erste Mal miteinander arbeiten oder schon seit Jahren die Energie ihrer Stunden gemeinsam speisen. Unzertrennlich sind Musik und Tanz allemal. In welcher Qualität die beiden zueinander in Beziehung stehen, da gibt es allerdings Nuancen: man kann zur Musik tanzen oder mit der Musik tanzen, im Idealfall sogar die Musik ganz einfach tanzen. Letzteres bedarf der Live-Musik und einer einzigartigen Komplizenschaft zwischen Lehrer und Begleiter, die dazu führt, dass Musik und Bewegung einander bedingen und gegenseitig inspirieren.

Balsam für Körper und Seele

Ein gemeinsames Ziel von Pilates, Yoga und Feldenkrais ist es, die Balance der Körper-Geist-Seele-Einheit zu verbessern. Unter anderem aus diesem Grund sind diese Trainingsmethoden für Tänzer sehr wichtig und daher aus dem Stundenplan von Tanz Bozen nicht wegzudenken. Aber auch für alle anderen sind diese Formen der Körperarbeit nur zu empfehlen – sie verbessern die eigene Körperwahrnehmung, unterstützen den Körper in seiner natürlichen Haltung und haben nachweislich positive Effekte auf die physische und psychische Gesundheit. Bei Tanz Bozen haben Laien und Profis, Tänzer und Nicht-Tänzer die Möglichkeit von dem Angebot zu profitieren und eine oder zwei Wochen lang intensiv mit hochqualifizierten Trainern zu arbeiten. Wer bereits während des Jahres einen Pilates- oder Yoga-Kurs besucht, hat so die Möglichkeit die Sommerpause zu unterbrechen, um nicht aus der Übung zu kommen.

Hip Hop - getanzte Jugendkultur

Nina Kripas beim Tanzen zuzusehen ersetzt jeden Vitamindrink und sorgt dennoch für den gewünschten Energieschub. Wer die heute in Los Angeles lebende Hip Hop-Tänzerin so richtig in ihrem Element erlebt, würde nicht glauben, dass sie acht Jahre lang durch die Schule der Wiener Staatsoper gegangen ist. Fragt man sie, was sie letztlich vom Ballett weg in eine tänzerische Gegenwelt gelockt hat, so antwortet sie ohne zu zögern – die Freiheit. Wer sich dem Hip Hop verschrieben hat, der hat sich nicht nur eine Technik angeeignet, der hat sich auch mit einer Kultur, einer Lebenshaltung identifiziert. Doch was die Musik betrifft so verlaufen die Grenzen längst offen und weich und die verschiedensten Musikstile – ob indische Musik, Samba oder auch jazzige Elemente – haben in die aktuelle Hip Hop-Musik und somit auch in den dazugehörigen Tanz, Einzug gehalten.

Jeder ist einzigartig

Neben aller Technik geht es allen Dozenten von der ersten Stunde an auch um den Ausdruck. „Manchmal denken Tänzer, dass es nur darum geht, einen Arm oder ein Bein in eine bestimmte Richtung zu bewegen, aber darum geht es eben nicht nur“, meint Natalia Viñas Roig, Dozentin für Modern-Dance. „Es muss etwas aus ihnen herauskommen, etwas Spezielles, etwas Einzigartiges, das jeder in sich hat. Manchmal sind sie am Anfang sehr scheu, sehr verschlossen, haben Angst und ich versuche dann aus jedem Einzelnen etwas herauszuholen. Es ist wichtig, dass sie sich gut fühlen und vor allem, dass sie sehr, sehr zufrieden mit sich sind, mit dem Schritt, den sie nach vorne gemacht haben, den sie ganz persönlich gemacht haben.“

 

INFOS Tanz Bozen

von 18. bis 30. Juli 2016

Anmeldungen
online unter www.tanzbozen.it oder beim Südtiroler Kulturinstitut; Schlernstraße 1, Bozen

Informationen und kostenlose Kursbroschüre:

Telefon: 0471 313800

E-Mail: [email protected]

stol