Dienstag, 04. Juni 2019

Der Start mit einem Baby

Gelungener Start der Ausweitung von „Family Support“ – praktische Unterstützung nach der Geburt. Auch das Elki Schlanders hat einen Projektantrag eingereicht.

von links nach rechts Carmen Etzthaler – Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren Südtirols, Manuela Lechner – Forum Prävention – Fachstelle Familie und Sara Passler -  Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren Südtirols
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von links nach rechts Carmen Etzthaler – Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren Südtirols, Manuela Lechner – Forum Prävention – Fachstelle Familie und Sara Passler - Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren Südtirols

Das Baby ist da, die Freude ist groß, und vieles kommt durcheinander!

Der Start mit einem Baby verlangt der ganzen Familie, und besonders der Mutter, einiges an Kräften ab. Gut, wenn Familie, Freunde und Nachbarn da sind, Zeit schenken und achtsam unterstützen. „Dies ist nicht immer ausreichend der Fall. Häufig sind Mütter viele Stunden am Tag allein mit dem Baby. Neben der Müdigkeit und Umstellung kommt dann noch Einsamkeit dazu. Manche haben das Gefühl, die Decke falle ihnen auf den Kopf. Aber auch sonst ist diese Zeit voller Anforderungen, denen jede Familie mit ganz unterschiedlichen Ressourcen begegnet.“, schildert Sara Passler, pädagogische Mitarbeiterin von „Family Support“ im Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren.

„Family Support“ ist eine mögliche Ressource für Familien und bietet alltagspraktische Unterstützung nach der Geburt durch professionelles Freiwilligenmanagement. Die Freiwillige kommt in die Familie und unterstützt, wie es die Eltern wünschen: zuhören, zu Terminen begleiten, mit dem Baby spazieren gehen, Essen zubereiten, …

Im Elki Lana wurde die Initiative gestartet und erprobt und schließlich von Freiwilligen, Familien, Partnern und Förderern positiv bewertet. Mittlerweile wurden im Sprengelgebiet bereits über 40 Familien in der ersten Zeit nach der Geburt durch Freiwillige entlastet und gestärkt.

„Es war schön zu wissen, dass ich nicht alleine bin und die Freiwillige am Mittwoch wiederkommt. Sie war stets um mich bemüht, ich fühlte mich sehr wohl und aufgehoben“, erzählt eine Mutter, welche „Family Support“ in Anspruch genommen hat. „Hilfe anzunehmen war plötzlich nicht mehr so schwer. Ich bekam nie das Gefühl, nicht gut genug zu sein, weil ich Hilfe brauchte, sondern bin auf vollstes Verständnis gestoßen.“

Auch die Freiwilligen profitieren persönlich durch die professionelle Begleitung der Fachkraft, die interessanten Fortbildungen, die kraftvolle Gruppe und die sinnvolle Aufgabe. So berichtet Gerlinde, eine Freiwillige: „Die Fortbildungen waren immer sehr lehrreich, toll und motivierend. Ich habe jedes Mal etwas für mich mitnehmen können und erinnere mich gern an die einzelnen Treffen zurück. Die theoretischen Inputs waren sehr alltagstauglich. Ich bin mit der Freiwilligengruppe mitgewachsen.“

Nun wird das Projekt ausgeweitet: das Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren befähigt interessierte Organisationen beim lokalen Aufbau und vernetzt sie untereinander, das Forum Prävention- Fachstelle Familie unterstützt als Projektpartner. „Zahlreiche Organisationen im Bereich Familie wurden informiert und haben bereits ihr Interesse bekundet. Gleich zwei haben im Mai einen Projektantrag eingereicht: das Elki Naturns und das Elki Schlanders“, freut sich Carmen Etzthaler, Mitarbeiterin vom Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren. „Als erstes müssen die Rahmenbedingungen geschaffen, Netzwerkpartner eingebunden und eine Fachkraft eingeschult werden. Anschließend können erste Familien begleitet werden.“

Und alle sind sich einig: „Family Support ist eine Bereicherung für den guten Start ins Familienleben und ein wichtiges Zeichen für eine gelebte Solidargemeinschaft!“

Der Aufbau und die Ausweitung von „Family Support“ wird durch die Förderung der Familienagentur und der Stiftung Sparkasse ermöglicht.

Netzwerk Eltern-Kind-Zentren Südtir, Bozen

stol