Freitag, 15. Juli 2016

Der Täter: Widersprüchliche Angaben

Ein 31-jähriger Mann hat am späten Donnerstagabend auf der Strandpromenade Promenade des Anglais mit einem 19 Tonnen schweren Lkw mindestens 84 Menschen zu Tode gefahren.

Mit diesem Lkw fuhr der Attentäter mit Vollgas in die Menge.
Mit diesem Lkw fuhr der Attentäter mit Vollgas in die Menge. - Foto: © APA/AFP

Polizisten konnten die Amokfahrt erst nach zwei Kilometern stoppen und erschossen den Täter, der zuvor auch das Feuer auf sie eröffnet hatte.

Offiziell bestätigte Informationen über die Identität des Mannes gibt es aktuell noch nicht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP soll es sich um einen in Tunesien geborenen Franzosen handeln. Die Tageszeitung „Le Monde“ sprach hingegen von einem Tunesier, die mit einer Aufenthaltsgenehmigung in Nizza lebte.

Im Ausweis steht „Mohamed L.B.“

Im Inneren des Lkw wurde nach übereinstimmenden Berichten mehrere Medien ein auf den Namen „Mohamed L.B.“ ausgestellter Ausweis gefunden. Die Polizisten hätten mithilfe von Fingerabdrücken sichergestellt, dass es sich bei dem getöteten Attentäter tatsächlich um L.B. handelte.

Nach Angaben tunesischer Sicherheitskreise soll er in der tunesischen Stadt Msaken geboren worden sein und sich dort das letzte Mal vor vier Jahren aufgehalten haben.

Der von ihm gefahrene Lastwagen war laut „Le Figaro“ am 12. Juli angemietet worden sein. An Bord des Lkw wurden laut Medienberichten zudem Waffenattrappen sowie eine nicht funktionsfähige Granate gefunden.

Wegen Waffengewalt und häuslicher Gewalt verurteilt

Sicher scheint, dass er bisher den französischen Geheimdiensten nicht bekannt war. Laut französischen Medienberichten gibt es unter seinem Namen, kein sogenanntes „fiche S“, das für mutmaßlich radikalisierte Menschen angelegt wird. In der Vergangenheit soll er jedoch unter anderem wegen Diebstahls, Waffengewalt und häuslicher Gewalt verurteilt worden sein.

Zuletzt war er vor mehr als einem Monat wegen Kleinkriminalität festgenommen worden, berichtet das Magazin „Le Nouvel Obs“.

Der Attentäter war nach bisherigen Erkenntnissen alleine in der Fahrerkabine des Lastwagens. Allerdings wurde laut einem Bericht der Regionalzeitung „Nice Matin“ dort auch ein zweiter Ausweis gefunden. Die Behörden versuchen aktuell herauszufinden, ob er bei der Vorbereitung Komplizen hatte.

Handy wird ausgewertet

Am Freitagvormittag führten die Behörden eine Hausdurchsuchung an der Wohnadresse des 31-Jährigen durch. Ein sichergestelltes Mobiltelefon wird aktuell ausgewertet. Nur hundert Meter entfernt wurde wenig später ein verdächtiges Paket von Spezialkräften gesprengt.

apa

stol