Ob bei der Pomellato-Store-Eröffnung bei Christie's in Beverly Hills, der Ralph-Lauren-Fashionshow auf der New Yorker Bethesda Terrace oder der Vorstellung des Chanel-Parfüms „Gabrielle“ im Palais de Tokyo in Paris – wenn Luxuslabels neue Trends zelebrierten, war einer der besten Plätze stets für sie reserviert: Chiara Ferragni (37), eine der erfolgreichsten und bestverdienenden Modebloggerinnen der Welt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1048062_image" /></div> <BR />Alles hatte ganz einfach begonnen: Als Mädchen tanzte Chiara Ferragni gerne in bunten Kleidchen und mit wallender Mähne durch die Straßen ihrer Heimatstadt Cremona, ihr Freund Riccardo Pozzoli (36) hielt die Kamera drauf. Die Bilder luden die beiden im Netz hoch. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1048065_image" /></div> <BR />Chiara fiel auf, Chiara gefiel. Als 2009 der Megatrend „blog“ von den USA nach Europa herüberschwappte, lancierten Riccardo und Chiara ihre eigene Webseite: „The Blonde Salad“. Kostenpunkt: 10 Euro. Zutaten für den „blonden Salat“ waren Mode, Fotografie, Reisen und Lifestyle – ihre Leidenschaften.<BR /><BR /><BR /> Ferragni und Pozzoli erkannten schnell den Wert der Online-Vermarktung. Sie machten das Bloggen zum Business und die Zusammenarbeit von großen Marken mit Bloggern und Social-Media-Influencern salonfähig. Das Label Benetton war das erste, das das Potenzial der jungen Italienerin, nunmehr Street-Style-Liebling der Fotografen, erkannte und eine Kooperation anbot. Viele weitere, internationale, folgten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1048068_image" /></div> <BR /><BR />Das Unternehmen wuchs und wuchs. In nur wenigen Jahren schaffte es die Blondine zur Selfmade-Millionärin. 2015 listete Forbes sie unter den „30 under 30“ – den 30 erfolgreichsten Menschen unter 30 Jahren – in der Kategorie Mode. <BR /><BR /><BR />Gallery #DText/86-65535054 not found<BR /><BR /><BR /><BR />Allein 2020 soll sie mit ihren 3 Unternehmen Tbs Crew, Sisterhood und Fenice einen Gesamtumsatz von rund 19 Millionen Euro erzielt haben. Das Nettovermögen der Bloggerin und Modedesignerin wurde auf etwa 10 Millionen Euro geschätzt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1048071_image" /></div> <BR />Auch privat lief für Chiara alles rund. Im Mai 2017 machte ihr Italo-Rapper Fedez alias Federico Lucia (34) einen Heiratsantrag – natürlich vor laufenden Kameras. Knapp ein Jahr später wurden die beiden Eltern eines Sohnes, Leone, 2021 kam Tochter Vittoria zur Welt. Laut Money.co.uk beliefen sich die gemeinsamen Einnahmen des Paars auf etwa 20 Millionen Euro pro Jahr. Die „Ferragnez“ (eine Wortkreation aus Ferragni und Fedez) führten ein Leben in Saus und Braus und ließen ihre Anhänger via Instagram-Bilder daran teilhaben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1048074_image" /></div> <h3> Pandoro-Gate und Ostereier-Skandal</h3><BR />Umso größer waren Ungläubigkeit und Enttäuschung, als die Kartellbehörde AGCM kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres eine Million Euro Bußgeld wegen unlauteren Wettbewerbs gegen Chiara Ferragni verhängte. Der Grund: Sie hatte ihre Riesenfangemeinde glauben lassen, dass der Erlös eines von ihr angepriesenen Pandoros namens „Pink Christmas“ (Preis: 9 Euro) zu größeren Teilen an eine Kinderkrebs-Station gehe. In Wahrheit bekam das angegebene Krankenhaus trotz über 360.000 verkaufter Kuchen keinen einzigen Cent.<BR /><BR /><BR /><BR /> Die Fans waren wütend: Auf Ferragnis Instagram-Konto hagelte es böse Kommentare. Ihre Luxus-Boutique in Rom wurde mit Inschriften wie „Bandita“ (Banditin) und „Truffatrice“ (Betrügerin) beschmiert. Kurz vor dem Weihnachtsfest veröffentlichte sie schließlich ein Entschuldigungsvideo, was die Sache aber eher noch schlimmer machte. Viele nahmen ihr den Auftritt nicht ab. Kurz darauf kündigte ihr der Brillenhersteller Safilo (Marken wie Boss) als erstes Unternehmen die Zusammenarbeit auf. Dann gab Coca-Cola bekannt, bis auf weiteres auf die Zusammenarbeit mit der Influencerin zu verzichten. Weitere Firmen folgten. Der Marketing-Experte Giampaolo Colletti meinte damals: „Die Krise, die Ferragni durchlebt, bringt uns auf unbekanntes Gelände. Das ist der erste Sturz vom Olymp der Influencer.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1048077_image" /></div> <BR />Doch es kam noch dicker für Chiara Ferragni: Es wurde vermutet, dass es bei Kampagnen für Ostereier und eine Puppe ähnliche Muster wie beim Pandoro gegeben hatte. Und tatsächlich. Auch beim Kauf der von Ferragni angepriesenen Ostereier soll der Erlös nicht an einen guten Zweck gegangen sein. Nun einigte man sich mit der Influencerin darauf, dass sie innerhalb von 3 Jahren 1,2 Millionen Euro an die Wohltätigkeitsorganisation „I Bambini delle Fate“ zahlen soll. Eine Zahlung, die – wie Chiara Ferragni betonte – „freiwillig ist und somit eine Spende und keine Sanktion darstellt“. <BR /><BR />Die Mailänder Staatsanwaltschaft soll in 3 weiteren Fällen wegen des Verdachts auf schweren Betrug gegen Ferragni ermitteln. Deren Geschäft hat bereits schwere Einbußen erlitten. Ein Mailänder Shop, in dem sie ihre Kleider vermarktete, musste schließen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1048080_image" /></div> <BR /><BR />Und Fedez? Das Paar hat sich nach 6 Jahren Ehe getrennt.