Freitag, 12. Juli 2019

Der Vogelflüsterer von Schloss Tirol

Florian Gamper aus Partschins ist Falkner und hat 1998 das Pflegezentrum für Vogelfauna auf Schloss Tirol zusammen mit Willy Campei gegründet. Seitdem lassen sie bei Flugshows die beeindruckenden Greif- und Wildvögel am Himmel kreisen. Und finanzieren damit den Vogelschutz und die Vogelpflege. Im „Südtirol heute“ Sommergespräch spricht Florian Gamper über seine große Passion, die Falknerei.

Willy Campei und Florian Gamper (rechts) eröffneten 1998 das Pflegezentrum für Vogelfauna.
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Willy Campei und Florian Gamper (rechts) eröffneten 1998 das Pflegezentrum für Vogelfauna.

Schloss Tirol, die Wiege der gleichnamigen Grafschaft und langjährige Residenz der Landesfürsten, beherbergt seit 2003 ein Landesmuseum – und erfreut sich großer Beliebtheit. Ein nicht minder interessanter Anziehungspunkt findet sich etwas unterhalb am Burghügel: Die Vogelexperten Florian Gamper aus Partschins und Willy Campei aus Uttenheim setzten dort 1998 eine Idee um, die auch heute noch begeistert. Mit beeindruckenden Flugvorführungen finanzieren sie den Vogelschutz – verletzte Tiere werden gesund gepflegt und dann in die freie Wildbahn entlassen.

In folgendem Beitrag von „Südtirol heute“ sehen Sie das Interview mit dem passionierten Falkner. 

Majestätische Greifvögel hautnah erleben

Adler, Geier, Falken, Eulen und Bussarde: Seit zwei Jahrzehnten kreisen Tag für Tag verschiedene imposante Greifvögel majestätisch über den Meraner Talkessel. Dann findet im Pflegezentrum eine abwechslungsreiche Flugschau statt, der Kinder ebenso begeistert wie Erwachsene folgen. Die privat betriebene Vogelstation ist beliebter Anziehungspunkt für Einheimische und für Gäste.

Hilflose Vögel gesund pflegen ist Hauptaufgabe

Diese Vorführungen sind gleichzeitig Magnet und Standbein. Denn: Eigentlich hat sich das Zentrum zur Aufgabe gemacht, hilflos aufgefundene Wildvögel gesund zu pflegen. Diese Arbeit beschränkt sich nicht nur auf die warme Jahreszeit, in der optimale thermische Bedingungen für die spektakuläre Flugschau herrschen. Hierzu braucht es deutlich mehr Einsatz – nämlich während des ganzen Jahres: und zwar Tag und Nacht.

Pro Jahr werden stets an die 250 verletzte Vögel ins Zentrum gebracht – die meisten Patienten können, nach der Pflege, wieder in die freie Wildbahn entlassen werden. Die Auswilderungsrate liegt mit über 70 Prozent weit über dem europäischen Durchschnitt. Auch im wissenschaftlichen Bereich hat sich die private Einrichtung mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus als Kompetenzzentrum einen Namen gemacht.

300 Meter langer Lehrpfad

Die Besucher, darunter immer wieder viele Schulklassen, erwartet in der Pflegestation auch ein 300 Meter langer Lehrpfad, der an zahlreichen Volieren und Schautafeln vorbeiführt: Informiert wird, in fünf Sprachen, über die heimische Vogelfauna und die ortstypische Flora. Finanziert wird das 9000 Quadratmeter große Pflegezentrum u.a. auch durch einige Sponsoren, durch Vogel-Patenschaften und durch Spenden an den Förderverein.

stol

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