Als ich um 1985 die Erhebungen für mein Waalwegebuch machte, sahen die Sonnenhänge des Matscher Tales noch anders aus. Ein gutes Stück unterhalb des heute noch bestehenden Ackerwaals verlief nämlich, mehr oder weniger parallel dazu, der sogenannte Wiesenwaal, und die Wiesenhänge waren durchzogen von zahllosen kleinen Zweigwaalen, die das Wasser überallhin leiteten und so die Wiesen mit dem kostbaren Nass versorgten.<BR /><BR />Heute sind der Wiesenwaal und seine kleinen Zweigwaale verschwunden bzw. durch Beregner ersetzt, aber den ursprünglich 9 Kilometer langen Ackerwaal, der so heißt, weil er einst für die Bewässerung der Äcker angelegt wurde, hat man dankenswerterweise in seinem ursprünglichen Zustand erhalten.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="908302_image" /></div> <BR /><BR />Darüber hinaus wurde mittlerweile sein Begleitpfad markiert, beschildert und so in das Matscher Wanderwegenetz aufgenommen. Damit stellt er, zusammen mit dem Besuch des Dorfes Matsch und dem Kennenlernen der weit verstreuten Höfe bis hinein in den Talschluss, eine landschaftlich wie auch kulturgeschichtlich überaus lohnende Wandermöglichkeit dar. Dies umso mehr, als der Waalweg großteils durch aussichtsreiches, weites und offenes Grasland und nur im Talinneren auch verschiedene Gehölze durchquert.<BR /><BR />Manche der genannten Höfe liegen in nicht weniger als 1800 Metern Höhe, und ein anderer, der ein gutes Stück über dem Ackerwaal liegende Hof Valflur, gilt als Geburtshof des hl. Florin, der im 7. Jahrhundert lebte und unter anderem der Schutzpatron der Matscher Pfarrkirche und einer kleineren dorfnahen Kirche ist.<BR /><BR />Da es sich bei der Begehung des Ackerwaals um eine zwar mindestens zweistündige, aber ansonsten recht gemütliche Wanderung handelt, empfehle ich, nach dem Erreichen der Glieshöfe im innersten Matscher Tal, schon wegen der besonders schönen Ausblicke über das Tal und bis zur Ortlergruppe, über den Waalweg wieder nach Matsch zurückzukehren.<BR /><BR />Allerdings besteht für weniger gehfreudige Wanderer die Möglichkeit, sich dem ab diesem Wochenende regelmäßig verkehrenden Bus anzuvertrauen und damit die Gehzeit zu halbieren. Und genauso kann man natürlich auch zuerst bis in den Talschluss fahren und dann sozusagen zusammen mit dem Wasser dem Waal talauswärts folgen. <BR /><BR /><BR />DIE TOUR IM ÜBERBLICK<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="908305_image" /></div> <BR /><BR /><b>Wegverlauf:</b> Vom Hauptplatz in Matsch (1564 m; Parkplätze, Bushaltestelle, Einkehrmöglichkeit) stets der guten Beschilderung „Ackerwaal“ bzw. „Glieshöfe“ folgend zuerst zwischen den Häusern und durch Wiesen auf breitem Weg in ca. 10 Min. hinauf zum Ackerwaal (ca. 1600 m) und dann stets auf seinem talseitigen Damm ohne Orientierungsprobleme in größtenteils eben verlaufender Wanderung durch die freien Wiesenhänge talein. <BR />Schließlich endet der offene Kanal bei einem breiten Holzsteg, der Weg steigt kurz an, führt eben hinein zur Straßenbrücke, die überquert wird, und dann geht es auf breiten Wegen durch Wiesen und vorbei an der Häusergruppe Außerglies hinein nach Innerglies (1824 m; Gasthof Glieshof; ab Matsch 2 - 2 Std.). <BR />Rückweg nach Matsch: Über den beschriebenen Waalweg (ähnliche Gehzeit). Ab diesem Wochenende auch mit dem Bus möglich.<BR /><BR /><b>Höhenunterschied:</b> ca. 250 m<BR /><BR /><b>Gesamtgehzeit:</b> 4 - 5 Std. (bei Busbenützung entsprechend weniger)<BR /><BR /><b>Orientierung und Schwierigkeit:</b> Für gehgewohnte <BR />Wanderer in jeder Hinsicht leicht und problemlos. Sich vor Antritt der Wanderung wie immer nach der aktuellen Situation <BR />informieren.<BR /><BR /><b>Wanderkarten 1:50.000:</b><BR />Kompass, Blatt 52 (Vinschgau) - Tabacco, Blatt 043 (Vinschgauer Oberland). <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />