Sonntag, 11. Februar 2018

Deutsche Bundeswehr soll künftig ganzen Irak gegen IS unterstützen

Die Bundeswehr will ihr militärisches Engagement im Irak auf das ganze Land ausweiten und künftig außer den Kurden im Norden auch die irakische Zentralregierung stärker im Kampf gegen den IS-Terror unterstützen.

Die deutsche Bundeswehr will künftig den ganzen Irak im Kampf gegen den IS unterstützen.
Die deutsche Bundeswehr will künftig den ganzen Irak im Kampf gegen den IS unterstützen.

„Es wird ein anderes Mandat sein, ein Mandat, das eine neue Balance auch hat zwischen Bagdad und Erbil, gleichberechtigt auf beiden Seiten“, kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Sonntag bei einem Truppenbesuch nahe der kurdischen Provinzmetropole Erbil an.

Die Beziehungen zwischen der Zentralregierung in Bagdad und der Kurden-Führung in Erbil sind vor allem seit dem Unabhängigkeitsreferendum der Kurden angespannt.

Die CDU-Politikerin deutete eine Mittlerrolle der Truppe in dem Konflikt zwischen Bagdad und Erbil an. Große Hoffnungen würden von beiden Seiten darauf gesetzt, „dass gerade die Zuverlässigkeit Deutschlands, die Deutschland immer bewiesen hat und die hier einen ganz hohen Wert hat, dass sie auch dazu führt, eine Brücke zu schlagen zwischen Bagdad und Erbil“. Beide Seiten versuchten derzeit Spannungen zu lösen. „Aber hier ist es sicherlich auch hilfreich, wenn die internationale Gemeinschaft vermittelt.“

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die weite Teile im Nordirak überrannt und besetzt hatte, ist zwar in der Fläche geschlagen, verübt aber aus versprengten Widerstandsnestern heraus weiterhin Anschläge.

Die Mandate der Bundeswehr für den Kampf gegen den IS laufen in wenigen Wochen ab. Bis heute sind noch rund 120 deutsche Soldaten zur Ausbildung kurdischer Soldaten nahe Erbil stationiert.

Von der Leyen lobte die Ausbildungsmission als Erfolg. Jetzt gehe es um die „langfristige Stabilisierung des Erfolgs“. Im Irak müssten loyale, einsatzfähige Streitkräfte aufgebaut werden. „Und hier will Deutschland seinen Beitrag leisten.“ Von der Leyen nannte etwa Beratung im Ministerium, bei Reformen, Sanität und Logistik.

dpa 

stol