Samstag, 30. Juli 2016

Deutsche Politiker rufen Türken in Deutschland zur Mäßigung auf

Vor den Demonstrationen von Anhängern und Gegnern des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Köln haben führende deutsche Politiker die Teilnehmer zur Mäßigung aufgerufen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier
Außenminister Frank-Walter Steinmeier - Foto: © APA/AP

Nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei wollen an diesem Sonntag in Köln bis zur 30.000 Erdogan-Anhänger demonstrieren. Es sind vier Gegenkundgebungen angemeldet.

„Innenpolitische Spannungen aus der Türkei zu uns nach Deutschland zu tragen und Menschen mit anderen politischen Überzeugungen einzuschüchtern, von welcher Seite auch immer, das geht nicht“, sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) der „Süddeutschen Zeitung“. In Deutschland gebe es dafür keinen Platz – „und das werden wir auch nicht zulassen“.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel schrieb auf seiner Facebook-Seite auf deutsch und türkisch, nach seinem Eindruck sei die Türkei tief gespalten. Alle müssten mithelfen, dass sich diese gesellschaftliche Spaltung nicht bei uns fortsetzt. „Meine Bitte: Lassen Sie uns Andersdenkenden mit Respekt begegnen. Auch fundamentale Meinungsverschiedenheiten dürfen nicht dazu führen, dass wir uns spalten lassen. Deutschland soll die Heimat aller Menschen sein, die hier leben.“

Die Polizei in Köln kündigte am Freitag an, gegen jede Form von Gewalt hart vorzugehen. 2.300 Polizisten und Polizistinnen sollen Ausschreitungen verhindern. Die Stimmung zwischen Anhängern und Gegnern Erdogans ist seit dem Putschversuch vor zwei Wochen auch in Deutschland sehr aufgeladen.

apa/dpa

stol