In Italien sind unter anderem Lockerungen der Arbeitnehmerrechte etwa beim Kündigungsschutz geplant. Poletti warb für die umstrittene Reform. Es komme darauf an, für mehr Aktivierung der Menschen statt auf soziale Unterstützung zu setzen.Nahles trat zudem für eine Stärkung der Berufsausbildung ein. Die Anteile an Qualifizierung in der Ausbildung in Italien sollten erhöht werden. Ein „gesicherter Qualifizierungsanteil“ müsse das Ziel sein. Zentral sei, dass die Ausbildung zertifiziert werde. Deutsche Unternehmen praktizierten eine stärke duale Ausbildung bereits in Italien – auch mit örtlichen Zulieferbetrieben. „Das kann als Grundlage dienen, um das auf Regierungsseite weiter auszuarbeiten.“ Eine reine Kopie der deutschen dualen Ausbildung sei aber weder möglich noch wünschenswert.„Wenn jeder vierte junge Europäer derzeit nicht arbeiten kann, hier in Italien ist es jeder zweite, ist das ein Punkt, der uns nicht ruhen lässt“, sagte Nahles. Dies sei auch beim EU-Beschäftigungsgipfel am 8. Oktober in Mailand zentral. Gegen die Jugendarbeitslosigkeit in der EU von im Schnitt 20 Prozent soll eine bereits im vergangenen Jahr beschlossene „Jugendgarantie“ helfen – junge Menschen sollen binnen vier Monaten in Praktikum, Arbeit oder Ausbildung gebracht werden.Der Gipfel unter italienischer Ratspräsidentschaft in Mailand solle sich unter anderem mit einem qualifizierten Einsatz der dafür vorgesehenen Mittel befassen, kündigte Nahles an. Poletti sagte, zu den Themen des Gipfels zählten die Jugendarbeitslosigkeit, Probleme des Arbeitsmarkts generell, Ausbildung, gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen sowie mehr Qualifizierung.dpa