Donnerstag, 07. April 2016

Die "Bananen-Republik" Island steuert auf Neuwahlen zu

Die Regierung in Island will ohne ihren durch die „Panama Papers“ in die Kritik geratenen Chef Sigmundur David Gunnlaugsson weiter machen. Doch das Volk fordert Neuwahlen - und das sofort.

Kreativer Protest: Island, die Bananen-Republik.
Kreativer Protest: Island, die Bananen-Republik. - Foto: © APA/AFP

Gunnlaugsson sei zurückgetreten, teilte ein Sprecher der Fortschrittspartei am Mittwochabend nach Beratungen mit allen Parteien mit. Vizeparteichef Sigurdur Ingi Johansson werde neuer Ministerpräsident, im Herbst sollen vorgezogene Neuwahlen stattfinden.

Johansson sagte vor Journalisten, dass die Regierung ihr Programm weiter umsetzen werde. „Wir hoffen natürlich, dass dies dabei hilft, Stabilität ins politische System zu bringen“, sagte der 53-Jährige. Konkret nannte er die Abschaffung der im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2008 verhängten Kapitalkontrollen.
Die Einigung auf vorgezogene Parlamentswahlen wurde auch von der Chefin der oppositionellen Piratenpartei, Birgitta Jonsdottir, bestätigt.

Die Isländer gehen für Neuwahlen auf die Straße. - Foto AFP

Unklar ist aber, ob sich die seit Sonntag gegen Gunnlaugsson protestierenden zehntausenden Isländer mit der Parteienvereinbarung zufrieden geben werden. Sie hatten neben dem Rücktritt Gunnlaugssons auch sofortige Neuwahlen gefordert.

Umfragen lassen bei sofortigen Neuwahlen ein Debakel für die etablierten Parteien erwarten.

dpa

stol