Beim diesjährigen „CO-OP Contest“ des Fachmagazins „Weinwirtschaft“ wurde die Kellerei Terlan zur besten Winzergenossenschaft der Welt gekürt. Zugleich wurde sie als beste Genossenschaft Südtirols ausgezeichnet. Damit bleibt die weltweite Spitze fest in heimischer Hand: Im Vorjahr hatte sich die Kellerei Tramin den Gesamtsieg gesichert ( <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/suedtiroler-kellereigenossenschaft-ist-die-beste-der-welt" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">„S+“ hat berichtet</a>).<h3> 106 Teilnehmer und 636 Weine</h3>Am Wettbewerb nahmen laut „Weinwirtschaft“ 106 Erzeugergemeinschaften teil, die insgesamt 636 Weine einreichten – von der Basislinie bis zur Spitze. <BR /><BR />Bewertet wurden die Weine in einer Blindverkostung von unabhängigen Branchenexperten nach dem internationalen 100-Punkte-Schema. Entscheidend ist bei diesem Wettbewerb also nicht ein einzelner Prestigewein, sondern die Qualität in der Breite und die Konstanz des gesamten Sortiments. <h3> Womit die Kellerei Terlan überzeugt hat </h3> Genau hier konnte Terlan überzeugen. Die Jury hob vor allem die Weißwein-Kompetenz der Kellerei hervor. Terlan stellte laut „Weinwirtschaft“ auch die drei besten Südtiroler Weißweine des Wettbewerbs: den Weißburgunder Rarity 2013, die Terlaner Cuvée Riserva Nova Domus 2023 und den Sauvignon Quarz 2024. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1334706_image" /></div> <BR /><BR /> Die 1893 gegründete Kellerei zählt 143 Mitglieder, die gemeinsam rund 190 Hektar Rebfläche bewirtschaften. Ihr Profil ist eng mit der Idee der Langlebigkeit verbunden. Bereits der frühere Kellermeister Sebastian Stocker hatte daran geglaubt, dass große Südtiroler Weißweine über viele Jahre reifen können. <BR /><BR />Der heutige Kellermeister Rudi Kofler hat diesen Ansatz konsequent weiterentwickelt. Die Terlaner Weißweine ruhen teils über lange Zeit auf der Feinhefe und gewinnen dadurch an Tiefe, Komplexität und Reifepotenzial.<h3> Platz zwei geht ins Trentino</h3>Auf Platz zwei der weltbesten Genossenschaften landete Cavit aus dem benachbarten Trentino. Die Großkellerei wurde zugleich als beste Genossenschaft Italiens ausgezeichnet, wobei Südtirol in dieser Wertung traditionell getrennt geführt wird. <BR /><BR />Cavit ist ein völlig anderes Modell als Terlan: ein genossenschaftlicher Verbund von elf Trentiner Kellereien mit 5250 Weinbauern und rund 6350 Hektar Rebfläche. Das entspricht mehr als 60 Prozent der Weinbaufläche im Trentino.<BR /><BR />Auch Cavit überzeugte nicht nur im Gesamtranking, sondern auch mit einzelnen Weinen. Der Lagrein Trentino DOC Bottega Vinai 2023 wurde zum besten Rotwein Italiens gekürt („Best Red Wine Italy“). <BR /><BR />Rang drei im Leistungstest der Genossenschaften ging an Plaimont aus Südwestfrankreich. Der Betrieb steht international vor allem für die Aufwertung regionaler Appellationen wie Saint-Mont, Madiran und Pacherenc du Vic-Bilh.<h3> Kellereigenossenschaften: ein oft noch verkannter Player</h3>Meiningers „Weinwirtschaft“ gibt Winzergenossenschaften mit dem „CO-OP Contest“ seit Jahren eine Bühne – und stellt damit ein Segment in den Mittelpunkt, das international oft noch mit großen Mengen und Basisqualitäten verbunden wird. <BR /><BR />Die prämierten Betriebe beweisen das Gegenteil: Auch genossenschaftliche Strukturen können für klare Herkunft, konsequente Selektion und Spitzenqualität in der Breite stehen.