Wer ist Stella Moris? Wer ist die Frau, die den berühmtesten Häftling der Welt geheiratet hat und von einer „ganz normalen“ Familie träumt?<BR /><BR />Für Stella Moris (38) ist eines klar: Sie hat die Liebe ihres Lebens geheiratet. „Dies ist keine Gefängnishochzeit, es ist eine Liebes- und Widerstandserklärung trotz der Gefängnismauern, trotz der politischen Verfolgung, trotz der willkürlichen Inhaftierung, trotz des Schadens und der Schikane, die Julian und unserer Familie zugefügt wurden“, schrieb sie kurz vor der Hochzeit in einem Gastbeitrag im britischen „Guardian“. Ein starkes Statement der Frau, die seit Jahren wie ein Löwe für die Freilassung ihres Mannes kämpft und dafür die Aufmerksamkeit der Welt sucht. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="751616_image" /></div> <BR /><BR />Gegen den gebürtigen Australier und WikiLeaks-Gründer Julian Assange (50) läuft in Großbritannien ein langwieriges Auslieferungsverfahren. Die US-Justiz will Assange wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen, es drohen ihm bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Vorgeworfen wird ihm, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning (34) geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen, im Jahr 2010 veröffentlicht und damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht zu haben. Seine Unterstützer sehen in ihm dagegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht habe und an dem nun ein politisches Exempel statuiert werden solle. <BR /><BR />Kennengelernt hat Stella Moris Julian Assange Medienberichten zufolge 2011, als sie sich seinem Team von Anwälten anschloss. Moris fand Assange sofort faszinierend, sagte sie dem „Guardian“: „Julian ist anders als jeder, den ich je getroffen habe.“ <BR /><b><BR /> Zum Schutz änderte sie ihren Namen</b><BR /><BR />Um sich und ihre Familie zu schützen, änderte Stella Moris 2012 ihren Namen. Geboren wurde sie in Südafrika als Sara Gonzalez Devan. Ihre Eltern, ein Schwede mit kubanischen Wurzeln und eine Spanierin, waren mit dem „Medu Art Ensemble“ im Kampf gegen die Apartheid aktiv. Wie ihr jetziger Ehemann zog auch sie in ihrer Kindheit mit ihren Eltern viel umher, durch Südafrika, Botswana, Lesotho, Schweden und Spanien. Zum Studium ging sie nach England, studierte Politik- und Rechtswissenschaften in London und Oxford. <BR /><BR />Nachdem Julian Assange sich in sein jahrelanges Botschaftsasyl in der Vertretung Ecuadors in London geflüchtet hatte, soll Moris ihn beinahe täglich besucht haben. Seit 2015 sind die beiden ein Paar und haben 2 Söhne, Gabriel und Max (geboren 2017 und 2019). <BR /><BR />Die Zeit in der Botschaft beschrieb Moris als Zeit ohne viel Privatsphäre. Anfangs habe sie gegen ihre Gefühle angekämpft, weil es die Situation verkompliziert hätte, sagte sie dem „Guardian“. Aber: „Es ist solch ein Wunder, wenn man sich verliebt.“ Es habe Kameras und Wanzen gegeben, sie hätten ein Zelt für etwas Romantik aufgestellt, vor anderen Leuten nie ihre Intimität gezeigt. Private und geheime Dinge habe sie deshalb auf Papierzettel geschrieben, so habe sie Assange auch mitgeteilt, dass sie schwanger sei. Erst zu diesem Zeitpunkt habe sie außerdem ihren Eltern von der Beziehung erzählt. <BR /><BR /><b>Sorge um die Gesundheit von Julian Assange</b><BR /><BR />Auch die Gefängnisbesuche mit den Kindern belasten die Anwältin sehr, zumal diese nur sehr selten sind. Den Kindern begreiflich machen zu müssen, warum ihr Vater nicht immer bei ihnen sein darf, sei schwierig. Zudem sorgt sie sich sehr um die Gesundheit ihres Mannes, physisch und psychisch: „Julian würde eine Auslieferung nicht überleben.“ Er habe sehr schlecht ausgesehen, sagte sie nach einem Besuch im Herbst der „Süddeutschen Zeitung“. Bei einer Anhörung soll er sogar einen leichten Schlaganfall erlitten haben. <BR /><BR />Der Hochzeit am 23. März ging ein langer, steiniger Weg voraus, bis die Genehmigung vorlag. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin sehr glücklich und sehr traurig“, sagte die Frischvermählte nach der Trauung. „Ich wünschte, er wäre hier“, fügte sie hinzu.<BR /><BR />„Es ist nicht die Hochzeit, die wir geplant hätten – in einer Kirche in der Außenwelt, umgeben von Familie und Freunden“, wurde Moris außerdem von der „Daily Mail“ zitiert. Das Paar hoffe aber auf eine Nachfeier, wenn Assange wieder frei sei. Zum Thema Flitterwochen sagte Moris: „Eines Tages zusammen zu Hause zu sein, das ist das exotischste Ziel, das wir uns vorstellen können.“ <BR /><BR />Ob es je so weit kommen wird, steht derzeit in den Sternen. Das juristische Tauziehen durch die britischen Instanzen zieht sich bereits seit langem hin. Im Fall einer endgültigen Niederlage Assanges vor Gericht müsste nach einer Stellungnahme seiner Anwälte Innenministerin Priti Patel (49) über eine Auslieferung in die USA entscheiden.<BR />