Donnerstag, 09. Juli 2015

Die „fliegenden Kunst-Gondeln“

Wenn Kunst aus ihrem üblichen Ambiente ausbricht, inszeniert sie sich zumeist spektakulär – so wie in den „fliegenden Kunst-Gondeln“ der Schnalstaler Gletscherbahnen AG. Die Installationen des Künstlers Hubert Kostner wurden im Rahmen einer Matinee, die Kunst und Berg verband, eröffnet.

Nahmen an der Matinée auf  3212 Metern Meereshöhe teil: Alexander Rainer, Präsident des Tourismusvereins Schnalstal, Martina Gurschler, Tochter des Schnalser Pioniers Leo Gurschler, Unternehmerin Linda Stricker, der Schnalser Bürgermeister Karl Josef Rainer, Andrea Schöpf, Johann Tappeiner von der Arge Schnalstal  und Doris Wolf (v.l.).
Nahmen an der Matinée auf 3212 Metern Meereshöhe teil: Alexander Rainer, Präsident des Tourismusvereins Schnalstal, Martina Gurschler, Tochter des Schnalser Pioniers Leo Gurschler, Unternehmerin Linda Stricker, der Schnalser Bürgermeister Karl Josef Rainer, Andrea Schöpf, Johann Tappeiner von der Arge Schnalstal und Doris Wolf (v.l.).

Man könnte  es   Kunst, die am stählernen „Faden“ hängt, nennen:  An den Decken von zwei Gondeln der Schnalstaler Gletscherbahnen AG hängen  Installationen des Kastelruther Künstlers  Hubert Kostner.  Sie stellen ein  Netz aus schwarzen Linien auf weißem Hintergrund dar, das auf jene Spuren verweist, die Skifahrer auf schneebedeckten Abhängen hinterlassen.

Das Gondel-Projekt „Spuren im Schnee“ ist eine Erweiterung von Kostners Ausstellung „Konzeptmontage“, die derzeit  im Project Room des Bozner Museions zu sehen ist. Auch dort überzieht ein dichtes Netz schwarzer Linien aus jenen Kunststoff-Folien, die normal zu Ski-Laufflächen verklebt werden, die weißen Wände.  Kostner gilt als einer jener Südtiroler Kunstschaffenden, die sich am intensivsten mit Fragen des alpinen Tourismus' und mit der alpinen Kulturlandschaft auseinandersetzen.

In Zusammenarbeit mit den Schnalstaler Gletscherbahnen, die dieses ungewöhnliche Projekt unterstützen, verlegte der Künstler seine  Landschaftsvision  vom Museum in die Berge und damit in jenen offenen Raum, der ihn zum Werk inspiriert hat.

Eröffnet wurde „Spuren im Schnee“ mit einer stimmungsvollen Matinee, die an der Talstation in Kurzras begann und auf 3212 Metern Meereshöhe ihren Höhepunkt erlebte. Der Nordtiroler Poet  und Autor des Ausstellungskatalogs Robert Prosser las  den Fahrgästen  zunächst sein Werk „Zeichnungen“ vor.   Aufgrund  der Einführung und der Länge des Textes benötigte  die Gondel  ausnahmsweise acht, anstatt der üblichen sechs Minuten hinauf zur Bergstation.  Anschließend bat man im Glacier Hotel „Grawand“ zum interessanten „Gletscher-Talk“ mit  Kostner, Prosser und Frida Carazzato vom Museion, Kuratorin der Ausstellung.

„Kunst muss aus den Museen und anderen üblichen Veranstaltungssälen heraus“, meinte Elmar Pichler Rolle, Direktor der Schnalstaler Gletscherbahnen AG. „Kunst gehört ins Leben, in den Alltag.   Nur so bietet sich vielen die Möglichkeit, mit Künstlern zu sprechen und Poeten zuzuhören, und Orte wie die Schnalstaler Gondeln werden zu einem Ort der Begegnung.“ Die  Installation in den  Gondeln ist bis zum 31. August zu sehen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Museum für Moderne Kunst und den Schnalstaler Gletscherbahnen gehört zu den  Aktionen anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums der Seilbahn. Von der Kooperation profitieren auch die Fahrgäste: Mit dem Ticket der Schnalstaler Gletscherbahnen (Öffnungszeiten von 9 bis 16.30 Uhr), haben Gäste auch freien Eintritt zur Schau  Hubert Kostners im Bozner Museion. Die Ausstellung ist bis 30. August geöffnet.

stol