Man könnte es Kunst, die am stählernen „Faden“ hängt, nennen: An den Decken von zwei Gondeln der Schnalstaler Gletscherbahnen AG hängen Installationen des Kastelruther Künstlers Hubert Kostner. Sie stellen ein Netz aus schwarzen Linien auf weißem Hintergrund dar, das auf jene Spuren verweist, die Skifahrer auf schneebedeckten Abhängen hinterlassen.Das Gondel-Projekt „Spuren im Schnee“ ist eine Erweiterung von Kostners Ausstellung „Konzeptmontage“, die derzeit im Project Room des Bozner Museions zu sehen ist. Auch dort überzieht ein dichtes Netz schwarzer Linien aus jenen Kunststoff-Folien, die normal zu Ski-Laufflächen verklebt werden, die weißen Wände. Kostner gilt als einer jener Südtiroler Kunstschaffenden, die sich am intensivsten mit Fragen des alpinen Tourismus' und mit der alpinen Kulturlandschaft auseinandersetzen.In Zusammenarbeit mit den Schnalstaler Gletscherbahnen, die dieses ungewöhnliche Projekt unterstützen, verlegte der Künstler seine Landschaftsvision vom Museum in die Berge und damit in jenen offenen Raum, der ihn zum Werk inspiriert hat.Eröffnet wurde „Spuren im Schnee“ mit einer stimmungsvollen Matinee, die an der Talstation in Kurzras begann und auf 3212 Metern Meereshöhe ihren Höhepunkt erlebte. Der Nordtiroler Poet und Autor des Ausstellungskatalogs Robert Prosser las den Fahrgästen zunächst sein Werk „Zeichnungen“ vor. Aufgrund der Einführung und der Länge des Textes benötigte die Gondel ausnahmsweise acht, anstatt der üblichen sechs Minuten hinauf zur Bergstation. Anschließend bat man im Glacier Hotel „Grawand“ zum interessanten „Gletscher-Talk“ mit Kostner, Prosser und Frida Carazzato vom Museion, Kuratorin der Ausstellung.„Kunst muss aus den Museen und anderen üblichen Veranstaltungssälen heraus“, meinte Elmar Pichler Rolle, Direktor der Schnalstaler Gletscherbahnen AG. „Kunst gehört ins Leben, in den Alltag. Nur so bietet sich vielen die Möglichkeit, mit Künstlern zu sprechen und Poeten zuzuhören, und Orte wie die Schnalstaler Gondeln werden zu einem Ort der Begegnung.“ Die Installation in den Gondeln ist bis zum 31. August zu sehen.Die Zusammenarbeit zwischen dem Museum für Moderne Kunst und den Schnalstaler Gletscherbahnen gehört zu den Aktionen anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums der Seilbahn. Von der Kooperation profitieren auch die Fahrgäste: Mit dem Ticket der Schnalstaler Gletscherbahnen (Öffnungszeiten von 9 bis 16.30 Uhr), haben Gäste auch freien Eintritt zur Schau Hubert Kostners im Bozner Museion. Die Ausstellung ist bis 30. August geöffnet.