Montag, 06. Juli 2015

Die Freilichtspiele Lana spielen die Geyerwally

In den kommenden drei Jahren setzen die Freilichtspiele Lana ihre Theatertätigkeit unter folgendes Motto: Tiroler Figuren zwischen Geschichte und Geschichten. Einen furiosen Auftakt stellte die Geyerwally dar.

Mit dem Stubenspiel die „Geyerwally“ von Ekkehard Schönwiese begannen die Freilichtspiele Lana diesen historisch- theatralischen Reigen.

Gespielt wird auch heuer wieder im Kapuzinergarten von Lana, Premiere war am 10. Juli 2015.

STOL war bei der Premiere mit einem Fotografen on Tour und zeigt die besten Bilder. 

Das Stück

Die Geierwally ist keine Fantasiefigur, sondern diese Frau hat es tatsächlich gegeben. Sie ist uns bekannt als das mutige Tiroler Bauernmädchen, das einmal an einem Seil hängend in einer gefährlichen Felswand einen Adlerhorst aushob, weil keiner der Männer des Dorfes das gewagt hatte. Wegen dieser mutigen Aktion bekam sie den Übernamen Geierwally. Anna Steiner Knittel (1841 – 1915), in Eigenalp im Lechtal geboren, war aber viel mehr als nur mutig: Sie galt als ein frühes Beispiel für Frauenemanzipation. Sie zeigte sich selbstbewusst in Hose, schnitt sich die Haare kurz, wählte ihren Ehemann selbst aus, was damals noch unerhört war. Die Geierwally war auch die erste weibliche Schülerin in der Kunstakademie von München.

Der Dramaturg und Regisseur Ekkehard Schönwiese griff diese Geschichte erneut auf und beschrieb in seiner überarbeiteten Fassung, welche am 12.09.2003 auf der Kemateralm uraufgeführt wurde, jenseits von Heroisierung und Entmythologisierung die Geschichte dieser jungen Frau, die sich durch Entschiedenheit und Beharrlichkeit Respekt in ihrem gesellschaftlichen Umfeld verschaffte.

Dass die Geierwally überhaupt bekannt wurde, verdankt sie der deutschen Schriftstellerin Wilhelmine von Hillern (1836 – 1916) und deren Trivialroman „Geierwally“, dem Annas Lebensgeschichte als Grundlage diente. Schönwiese nutzte den Roman als Grundlage seiner Neubearbeitung, reduzierte die Handlung auf fünf Personen und schuf ein Stubenstück der Emanzipation, der Verzweiflung, der Eifersucht und Liebe. Aus Geierwally wurde schließlich Geyerwally – eine Geschichte eingebettet zwischen Humor und Tiefgang.

Stoffgeschichte

Noch bevor Wilhelmine von Hillern ihren Trivialroman „Geierwally“ schrieb und sich darin auf das wagemutige Ausheben eines Adlernestes durch die Lechtaler Malerin Anna Steiner-Knittel berief, verbreitete der bayerische Reiseschriftsteller Ludwig Steeg die Mär von Mägden in den Alpen, die wie Gemsen von Fels zu Fels springen. Vor genau hundert Jahren war der Stoff in Innsbruck schon auf der Bühne zu sehen. Es folgten ein Nazi – Durchhaltefilm mit der Verehrung von Wally als der starken deutschen Gebirgsmaid, dann Volksstücke mit Wally als die durch Natur und Vaterstarrsinn verhärtete Bauerntochter, bis schließlich die Zeit der Verballhornung kam. Schließlich transportierte Felix Mitterer die Geierwally aus der Filmheimat Ötztal zurück an den Schauplatz der Malerin Anna Steiner Knittel.

Besetzungsliste

Die Rollen konnten auch heuer wieder von bekannten Schauspielern und Schauspielerinnenaus der lokalen Theaterszene besetzt werden: Wally - Andrea Haller; Bärenjosef - Günther Götsch; Vinzenz - Hannes Holzer; Afra - Karin Verdorfer; Strominger - Theo Rufinatscha; Adleralt - Arnold Zöschg; Adlerjung - Veronika Pircher; Fremder - Simon Schwarz; Luis Gostner und Richard Höller.

Die Regie liegt erneut in den bewährten Händen von Thomas Hochkofler, für die Gesamtleitung zeichnet der Präsident des Vereins Helmuth Holzner verantwortlich. Weiters sind hinter den Kulissen folgende Personen tätig: Bühne – Florian Kofler; Kostüm - Katia Bottegal; Musik - Maria Ma; Licht und Ton - by Oskar Light KG; Maske - Gudrun Pichler; Regieassistenz - Maria Kankelfitz; Organisation - Meinhard Khuen.

Spieltermine

Dienstag, 14.07 - Sondervorstellung 20 Uhr

Mittwoch, 15.07 - Vorstellung 21 Uhr

Freitag, 17.07 - Vorstellung 21 Uhr

Dienstag, 21.07 - Vorstellung 21 Uhr

Mittwoch, 22.07 - Vorstellung 21 Uhr

Freitag, 24.07 - Vorstellung 21 Uhr

Dienstag, 28.07 - Vorstellung 21 Uhr

Spielort

Lana - Kapuzinergarten

Informationen zur Kartenreservierung

E-Mail: [email protected]

Per E-Mail reservierte Karten sind mindestens 24 Stunden vor Spielbeginn zu bestellen

Telefon: 349.7396609 - (8-11 Uhr und 14-18.00 Uhr)

Telefonisch oder per E-Mail reservierte Karten sind spätestens eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn abzuholen.

Der Kartenvorverkauf erfolgt im Tourismusverein Lana, Andreas-Hofer-Straße 9/1 (montags und donnerstags, von 16.00 bis 18.00 Uhr). Der Veranstalter behält sich wetterbedingte Absagen, Unterbrechungen oder Abbruch einer Vorstellung bei heftigem Regen oder Gewitter vor. In solchen Fällen müssen Karten für eine andere Vorstellung neu reserviert werden.

Karten können an der Abendkasse ab 20 Uhr abgeholt werden, der Eintrittspreis beträgt 20€ (16€ mit Kulturpass).

stol