<b>Von Petra Schwienbacher</b><h3> Sehen</h3>Die Augen von Meerschweinchen befinden sich seitlich am Kopf – dadurch können sie fast rundum sehen (circa 340 Grad) und Feinde schneller wahrnehmen. Wie wir Menschen sehen auch Meerschweinchen Farben: Forscher gehen davon aus, dass sie Blau und Grün sehen können, einige Quellen deuten darauf hin, dass sie auch Gelb wahrnehmen können. Rot können sie aber nicht sehen. <BR /><BR />Vor ihrer Schnauze und hinter dem Hinterteil befinden sich tote Winkel, das heißt, dort sehen die Tiere nichts. Aus diesem Grund beschnüffeln Meerschweinchen ihre Leckerlis oder ertasten sie mit ihren Tasthaaren, bevor sie sie fressen. <BR /><BR />Meerschweinchen sehen ihre Umgebung eher unscharf, das heißt, sie können Details nicht so gut unterscheiden, bemerken dafür aber Bewegungen umso besser. In der Dunkelheit finden sie sich durch ihre großen, erweiterten Pupillen und besonders lichtempfindlichen Stäbchen gut zurecht. Da sich ihre Pupillen bei Lichteinfall kaum verengen, sind die Tiere sehr lichtsensibel und sehen bei starker Sonneneinstrahlung nur sehr schlecht. Übrigens: Rotäugige Meerschweinchen haben keinerlei Beeinträchtigungen beim Sehen.<h3> Hören</h3>Meerschweinchen hören ausgezeichnet. Menschen können Töne zwischen 20 und 20.000 Hertz wahrnehmen – Meeries zwischen 60 und 49.000 Hertz. Sie hören sehr hohe Töne (Ultraschall), die Menschen nicht mehr wahrnehmen können. Aus diesem Grund sind sie auch empfindlicher gegenüber lauten Stimmen oder plötzlichen Geräuschen wie dem Zuknallen einer Tür oder Staubsaugerlärm. Übrigens: Meerschweinchen mit roten Augen bekommen schneller Hörschäden als ihre Artgenossen.<h3> Riechen</h3>Der Geruchssinn von Nagetieren ist deutlich besser als der eines Menschen. Sie haben sehr viele Riechzellen, erkennen ihre Artgenossen am Geruch und nehmen sogar Stimmungen über Duftstoffe wahr. Zur Begrüßung beschnuppern sich Meerschweinchen, um zu erkennen, wen sie gerade vor sich haben. Fremde Gerüche an ihren tierischen Freunden (zum Beispiel durch Medikamente oder nach Operationen) können daher Konflikte in der Gruppe auslösen. <h3> Schmecken</h3>Meerschweinchen können wie der Mensch süß, sauer, bitter und salzig schmecken, aber auch umami (die fünfte Geschmacksrichtung, die als „köstlich“ beschrieben wird). Ihre Geschmacksknospen nehmen deutlich mehr Nuancen wahr als wir. Vor allem bei Bitterstoffen sind Meerschweinchen sehr vorsichtig, was dem Schutz vor Giftpflanzen dient. Aus diesem Grund selektieren sie ihr Futter sorgfältig: Zuerst riechen sie am Futter, dann nehmen sie einen Probebiss und spucken diesen gegebenenfalls wieder aus.<h3> Tasten</h3>Meerschweinchen orientieren sich stark über ihre Tasthaare (Vibrissen), die seitlich an der Nase und über den Augen sitzen. Wie der Mensch im Dunkeln mit seinen Händen tastet, so tasten Meerschweinchen mit ihren Tasthaaren. Was sie nicht sehen, erkunden sie damit. Sie können Futter selektieren, Abstände und Tiefen einschätzen, den Boden und Unebenheiten ertasten sowie Vibrationen in der Luft spüren.<BR /><BR />Tasthaare sind äußerst wichtig für Meerschweinchen. Berühren sie etwas, wird die Information auf die blutgefüllte Kapsel (Nerv) am Ende des Haares übertragen und der Reiz ans Gehirn weitergeleitet. Aus diesem Grund dürfen diese Haare keinesfalls gekürzt oder geschnitten werden! Rassen mit gekräuselten Tasthaaren sind heute als Qualzuchten eingestuft und ihre Weiterzüchtung verboten.