Hier die Tour im Überblick und interessante Informationen über lokale Besonderheiten und Geschichte.<BR /><BR /><b>Von Hanspaul Menara</b><BR /><BR />Die Rundwanderung, die in Tramin ihren Ausgangs- und Endpunkt hat, führt uns teils durch Weingüter, teils durch eine naturnahe Landschaft und auch zu bedeutenden Kulturdenkmälern. <BR /><BR />Das erste ist die gotische Pfarrkirche des bekannten Unterlandler Weindorfes – das auch sonst viel beachtenswerte historische Bausubstanz aufzuweisen hat – mit ihren Wandmalereien und dem prächtigen, gut 80 Meter hohen, das Dorfbild beherrschenden Glockenturm. Er gilt als einer der schönsten Kirchtürme des Landes und ist sogar der höchste gemauerte Kirchturm Gesamttirols. <BR /><BR />Dann verlassen wir das Dorf und erreichen in kaum halbstündigem Aufstieg über viele Stufen die Häusergruppe St. Jakob auf Kastelaz mit ihrem hübschen, aus einem gotischen und einem romanischen Teil bestehenden Kirchlein. Dessen Äußeres kann sich zwar nicht mit der genannten Traminer Pfarrkirche messen, ist aber – und dies nicht nur in Kennerkreisen – aufgrund seines Freskenschmuckes im Inneren dennoch weit über Südtirol hinaus bekannt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1262223_image" /></div> <embed id="dtext86-73070119_listbox" /><BR /><BR />Dies gilt schon für die gotischen, um 1440 geschaffenen Wandmalereien, und noch mehr versetzen die rätselhaften romanischen Darstellungen in Staunen. Einen Eindruck davon möge der nebenan abgebildete Ausschnitt aus den sogenannten Bestiarien vermitteln.<BR /><BR />Nach diesem Kunsterlebnis umrunden wir den Kastelazbühel (auch Katzellatz und ähnlich geschrieben), der ebenfalls Aufmerksamkeit verdient. <BR /><BR />Heute steht auf dem malerischen, von Zypressen und Rebanlagen beherrschten Hügel ein in historisierender Form erbautes Wohnhaus, doch wie wir aus einer Urkunde aus dem Jahr 1214 wissen, besaßen die Einwohner von Tramin dort eine eigene richtige Burganlage. <BR /><BR />Allerdings wurde sie um 1350 im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen gebrochen und verschwand im Lauf der Zeit von der Bildfläche – nur die auffallenden Buckelquader, die den Sockel für den mächtigen Traminer Pfarrturm bilden, sollen noch von der einstigen Burg stammen. Und wie archäologische Funde belegen, spielte die Kuppe auch in prähistorischer Zeit eine Rolle.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1262226_image" /></div> <BR />Von der Rückseite des Hügels setzen wir unsere Wanderung fort und wandern auf dem schönen, promenadeartigen Kastelazweg quer durch die Wald- und Gebüschhänge südwärts bis zur Kreuzung mit dem sogenannten Lochweg, der nach dem „Grauner Loch“ benannt ist, einer kleinen Schlucht oben am Berg, die den Durchstieg zur Grauner Hochebene vermittelt.<BR /><BR />Wir benutzen den Weg aber nicht für den Aufstieg nach Graun, sondern für die Rückkehr nach Tramin. So verlassen wir bei der erwähnten Kreuzung die Promenade, wechseln schon bald vom Wald ins offene Gelände der Reben, um dann mit dem Blick auf Tramin und über das Etschtal neben kunstfertig hergestellten Trockenmauern wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren.<h3> Die Tour im Überblick</h3><div class="img-embed"><embed id="1262229_image" /></div> <b>Wegverlauf:</b> Von den Parkplätzen im unteren Dorfbereich von Tramin (ca. 260 m) kurz hinauf zum Hauptplatz, von dort rechts durch die Hans-Feur-Straße bis zur links abzweigenden Julittagasse, durch diese ein Stück hinauf und dann wieder links auf dem Kirchsteig über viele Stufen empor nach St. Jakob (350 m; ab Ausgangspunkt gut 1/2 Std.; Besuchszeiten siehe unten). Dann der Beschilderung „Spazierweg Kastelaz“ folgend auf breitem Weg leicht ansteigend zum Sattel hinter dem Kastelazhügel (390 m, hier vorzeitiger Abstieg möglich), auf dem breiten Weg teils eben, teils leicht auf und ab in schöner Wanderung südwärts bis zum querenden Lochweg (verschiedene Wegweiser), auf diesem links ab, durch Buschwald und Rebanlagen hinab zum Südrand von Tramin und durch das Dorf zurück zum Ausgangspunkt.<BR /><BR /><b>Höhenunterschied:</b> ca. 120 m<BR /><BR /><b>Gesamtgehzeit:</b> 2 – 2 1/2 Std.<BR /><BR /><b>Orientierung und Schwierigkeit:</b> In jeder Hinsicht leicht und problemlos.<BR /><BR /><b>Besonderer Hinweis:</b> Das Kirchlein St. Jakob auf Kastelaz ist jetzt im Winter an den Wochenenden (Samstag – Sonntag) von 10 bis 16 Uhr frei zugänglich; von April bis Ende Oktober dann täglich von 10 bis 17 Uhr.<BR /><BR /><b>Wanderkarten 1:50.000:</b> Kompass, Blatt 74 (Südtirols Süden) – <b>1:25.000:</b> Tabacco, Blatt 049 (Südtiroler Weinstraße)<BR /><BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/panorama/seit-50-jahren-geht-er-dem-traumberuf-nach-im-wahrsten-sinne-des-wortes" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier erfahren Sie mehr über unseren Autor Hanspaul Menara.</a><BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/suche/Wandertipps" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Und hier finden Sie weitere seiner Wandertipps.</a>