Zunächst ein bisschen Geschichte: Die Russisch Blau ist nicht durch Züchtung entstanden, sondern gehört, wie die Norwegische Waldkatze und die Maine Coon, zu den Naturkatzenrassen – die Rasse hat sich also auf natürlichem Weg entwickelt. Ihre Ursprünge sind unklar. Fest steht nur, dass Katzen mit bläulichem Fell schon vor der ersten Jahrtausendwende in Russland und Nordskandinavien bekannt waren. Davon zeugen Kleidungsstücke der Wikinger aus Katzenfell. Archäologische Quellen benennen „blaue Katzen“.<BR /><BR />Die ersten bekannten Zuchttiere stammen aus Archangelsk, einer Hafenstadt am Weißen Meer im Norden Russlands, weshalb die Rasse zunächst auch „Archangelsk-Katze“ genannt wurde. Auf Handelsschiffen trat die Mieze ihre Reise in die ganze Welt an. Aber auch in ihrer Heimat war die Russisch Blau sehr beliebt – als plüschige Gesellschafterin, nicht als Pelzlieferantin, wohlgemerkt. Zar Nikolaj I. (Regierungszeit: 1825 bis 1855) etwa galt als Liebhaber der blauen Katzen und besaß ein weibliches Tier namens Vashka, das das Privileg hatte, in seinem Zimmer schlafen zu dürfen. Gern wurden die Russisch Blau als Geschenk an andere Fürstenhöfe Europas weitergereicht, unter anderem an Königin Viktoria in Großbritannien.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1122303_image" /></div> <BR /><BR /> Von hier aus eroberte die Rasse im Sturm die Liebhaberherzen in ganz Europa und Amerika. 1875 wurden die Russisch Blau auf einer der ersten Katzenausstellungen der Welt im Londoner Crystal Palace gezeigt. Sie gewannen zwar keine Preise, hinterließen aber einen ziemlichen Eindruck – vor allem, weil sie unglaublich hübsch waren. Im Jahr 1912, etwa zur selben Zeit, als diese Katzen in die USA kamen, wurden sie offiziell als Rasse anerkannt.<BR /><BR />Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand die Rasse fast vollständig, aber Liebhabern gelang es, die Blutlinie zu retten. Züchter in Schweden, Finnland und Dänemark kreuzten Russisch Blau mit Siamkatzen, um etwas längere und kantigere Kätzchen zu züchten. In Großbritannien kreuzten sie mit Bluepoint-Siamkatzen und British Blues, um dickere, gedrungenere Katzen zu erhalten. Und so gibt es heutzutage Russisch Blau in einer Reihe von Schattierungen – von hellem Silber bis zu dunklem Schiefergrau – und Körperformen, aber alle mit leuchtend grünen Augen und rosa Pfotenballen.<BR /><BR />Einer Besonderheit ihres Fells verdankt die Russisch Blau aktuell ihre große Beliebtheit: Sie ist die einzige bekannte Katzenrasse mit einem Doppelfell. Das heißt, das Unterhaar und das Deckhaar haben die gleiche Länge. Dadurch fühlt sich das Fell zum einen beim Streicheln samt-plüschig an, zum anderen haart es deutlich weniger als bei vielen anderen Katzenarten. Das macht die Russisch Blau angeblich zum idealen Stubentiger für Menschen, die an einer moderaten Katzenallergie leiden. <h3> Allergikerfreundlich – nur ein Mythos?</h3>„Aus diesem Grund haben wir uns für die Russisch Blau entschieden“, bestätigt Südtirol-1-Moderator Daniel Winkler. „Denn meine Ehefrau Marion leidet an einer Katzenallergie. Trotzdem wollten wir Samtpfoten; unsere Kinder hatten uns darum gebeten.“ <BR /><BR />Die Winklers, die bisher vorwiegend Hundebesitzer waren, hatten von den „allergikerfreundlichen“ Russisch Blau erfahren, und so zogen vor einigen Monaten Aladin (1) und Luna (3) bei ihnen ein. „Herrchen“ und „Frauchen“ sind offiziell die Kids im Hause Winkler; die Eltern kümmern sich um die tägliche Pflege. <BR /><BR />Die Tiere stammen aus der Zucht in Nordtirol. „Wir hatten uns zunächst nur für das männliche Tier entschieden, doch die Züchterin bat uns, auch das Muttertier zu nehmen, da es Probleme mit den anderen Katzen im Züchterhaushalt gab“, erzählt Winkler. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1122306_image" /></div> <BR /><BR />Ob Russisch Blau tatsächlich die „allergikerfreundlichen“ Katzen sind, ist umstritten. Bekanntlich sitzt das Allergen, zumeist das Protein Fel d 1, in Speichel und Hautschuppen von Katzen. Diese können über das Haaren weitflächig verteilt werden. Da Russisch Blau kaum Haare verlieren und insgesamt eine geringere Menge des Proteins Fe d 1 produzieren (Winkler: „Wir unterstützen diese Eigenschaft durch ein Spezialfutter.“), ist das Zusammenleben von Mieze und Allergiker möglich. „Bei uns zu Hause funktioniert es“, ist Daniel Winkler überzeugt.<BR /><BR />Aber Vorsicht: Dennoch können Menschen auf die Russisch Blau allergisch reagieren. Bevor man sich diese Rasse ins Haus holt, sollte man sich unbedingt beim Arzt darauf testen lassen! Oder vor der Anschaffung bei einem Züchter ausprobieren, ob auch die Russisch Blau die bekannten Symptome (von kribbelnder, juckender Nase bis hin zu Hautreizungen und Atemnot) hervorruft.<h3> Ideale Begleiter für Singles und Familien</h3>Gibt der Test grünes Licht, steht auch die Allergiker-Wohnungstür weit offen. Russisch Blau gelten als tolle Begleiter für katzenunerfahrene, für berufstätige Singles und für Familien mit älteren Kindern. „Aladin befindet sich in der Rowdy-Phase, Vorhänge, Couch und Türen leiden darunter. Trotz jeder Menge Spielzeug und Kratzbäumen in der Wohnung“, schmunzelt der Radiomoderator aus Lana. Russisch Blau sind ausgezeichnete Kletterer und Entdecker, daher sollten man möglicherweise kindersichere Schlösser an Schranktüren anbringen und Räume, in denen es gefährlich werden könnte, abschließen. „Luna hingegen ist eine Katzen-Diva mit leichten Gewichtsproblemen.“ Beide Katzen sind reine Wohnungskatzen sowie sterilisiert bzw. kastriert.<h3> Verspielt, intelligent und sehr reinlich</h3>Haben Russisch Blau sich in ihrem neuen Zuhause eingelebt, gelten sie in der Regel als verschmust und verspielt. Aufgrund ihrer Intelligenz und ihres großen Spieldrangs benötigen sie in jedem Fall eine abwechslungsreiche Umgebung, in der sie gut spielen, klettern und toben können und in der es auch Platz zum Verstecken und zum Ausruhen gibt. „Wenn wir in den Urlaub fahren, kümmert sich ein Katzensitter aus der Familie um die beiden“, so Winkler. Achtung: Diese Katzen sind notorisch pingelig, was Sauberkeit und Routine angeht. Katzentoiletten sollten blitzsauber sein, sonst sucht die Fellnase sich vielleicht einen Ort, den sie für sauberer hält…<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1122309_image" /></div> <BR /><BR /><embed id="dtext86-68159916_listbox" />