<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Es ist durchaus merkwürdig. Wir verwenden dieselben Worte, sprechen dieselbe Sprache und sind zumindest in den meisten Fällen der Meinung, denselben Sachverhalt zu thematisieren. Und doch entstehen nahezu täglich Diskussionen, die manchmal sogar in Verletzungen ausarten.<BR /><BR /> In einigen Fällen ist abzusehen, wohin es führt. Wenn die Emotionen nach und nach hochkochen und alle Beteiligten nicht davon absehen, ihren Standpunkt vehement zu verteidigen, ist ein Konflikt die logische Folge. <BR /><BR />Auf der anderen Seite kann es aber auch sein, dass eine Auseinandersetzung vollkommen unerwartet überdimensionale Ausmaße annimmt – weil zwei Menschen derselben Botschaft eine völlig andere Bedeutung beimessen. Doch warum eigentlich? <BR /><BR />Im Grunde genommen ist es ebenso simpel wie faszinierend. Kommunikation besteht nicht nur aus dem, was gesagt wird, sondern aus zahlreichen Elementen, die weit über das Verbale hinausgehen. Vor allem aber werden Botschaften jeglicher Art von unseren bisherigen Erfahrungen, Erwartungen, Gefühlen und Überzeugungen gefiltert.<BR /><BR /> Will heißen: Jeder Mensch hört gewissermaßen durch seine eigene Geschichte. Ein Satz, der bei der einen Person als sachliche Rückmeldung ankommt, kann bei einer anderen Ablehnung auslösen oder sogar als persönlicher Angriff gewertet werden. Die Worte sind also stets dieselben, die Bedeutung, die ihnen beigemessen wird, könnte aber unterschiedlicher nicht sein. <h3> Wertvoller Input oder Kritik?</h3>Ein einfaches Beispiel: Ein Mitarbeiter präsentiert seinem Vorgesetzten eine Ausarbeitung, woraufhin dieser in vollkommen neutralem Ton erwidert: „Das hätte man auch anders lösen können.“ Die Reaktion des Mitarbeiters kann nun – je nach persönlicher Vorgeschichte und manchmal auch nach Tagesverfassung – sehr unterschiedlich ausfallen.<BR /><BR /> Entweder nimmt er den Hinweis seines Chefs als wertvollen Input und fragt vielleicht sogar nach, was ihm als Alternative vorschwebt, um beim nächsten Mal selbst auch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen zu können. Oder er fasst die Bemerkung als Abwertung seiner Kompetenz auf und zieht sich enttäuscht zurück – fest entschlossen, sich das nächste Mal nicht mehr so ins Zeug zu legen. Die Aussage war immer dieselbe. Die Folgen, die sie nach sich zieht, sind jedoch von vornherein nicht abzusehen. <BR /><BR />Gute Kommunikation ist mehr, als sich einfach nur um schlagfertige Argumente zu bemühen. Zuallererst setzt sie ein Verständnis dafür voraus, dass unsere eigene Wahrnehmung niemals die einzige Wirklichkeit ist. <BR /><BR />Oftmals spielen zwei Menschen das gleiche Spiel nach völlig unterschiedlichen Regeln, die der Regisseur in ihrem Kopf mitunter ohne ihr bewusstes Zutun bestimmt hat. Und genau deshalb sehen wir uns dieses faszinierende Thema im Juli etwas genauer an. <h3> Zur Person</h3><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.