Dienstag, 03. Mai 2016

Die Kunst des (erfolgreichen) Scheiterns

Südtiroler Führungsforum heuer am 27. Mai Fehlt uns eine Kultur des Scheiterns? Wenn ja, warum? Und bessert sich gerade etwas? Scheitern gehört zum „Alltag“ des Unternehmerlebens – aus welchen Gründen immer. Auch wenn es noch immer als gesellschaftliches Tabu gilt darüber offen und fair zu sprechen. Niemand ist davor gefeit. Das Südtiroler Führungsforum nimmt sich heuer am 27. Mai dieses Thema an.

In Europa haben wir eine mangelnde "Kultur des Scheiterns". Während etwa in den USA Scheitern als normales Risiko eines Unternehmers gilt, ist Scheitern bei uns mit dem Stigma des Versagens belegt. Scheitern ist ganz normal, Scheitern gehört zum Leben. Jeder ist bereits gescheitert und wird es wieder tun. Das heißt, Fehler machen und daraus zu lernen ist in Ordnung. Einen Fehler allerdings immer wieder zu machen ist nicht in Ordnung.

Fehler und Erfahrung sind Teil der Unternehmenskultur. Für Mirko Udovich fehlt in Europa die Unternehmenskultur, auch mal einen kalkulierten Fehler machen zu dürfen. „Aus Amerika höre ich immer, ein Unternehmer, der nicht dreimal in Konkurs gegangen ist, der ist kein guter Unternehmer. So was wäre ja in Europa undenkbar“, sagt Udovich. „Ich muss nicht gleich mit meinem ganzen Unternehmen scheitern. Ich kann auch mit einem Projekt scheitern oder mit einem neuen Produkt, das nicht den erhofften Durchbruch brachte. Aber gerade das Überwinden von Hindernissen stärkt die wirkliche Kompetenz. Gerade in einer Welt, die sich so schnell verändert, kann man gar nicht alles richtig machen. Die Erfahrung, die man im Scheitern macht, die hilft einem beim nächsten Projekt.“

Auch schlechte Noten oder ein Studienabbruch sind ein Scheitern. Doch so bedauerlich dies auch ist, dem beruflichen Erfolg tut dies keinen Abbruch. Im Gegenteil, wer sein Studium abbricht, fällt dieselbe Entscheidung wie einst der Regisseur Steven Spielberg, Microsoft-Gründer Bill Gates, Rockstar Mick Jagger oder die Moderatoren Barbara Schöneberger und Günter Jauch. Sie brachen ihr Studium ab, weil sie sich vielleicht unterfordert fühlten. Solche Leute wollen anpacken und keine Zeit mit theoretischem Kram vertrödeln. Der Erfolg gibt ihnen recht.

Henry Ford gründete zweimal zusammen mit Investoren ein Unternehmen. Innerhalb kürzester Zeit sind diese Unternehmen aber gescheitert. In seinem dritten Anlauf gründete er das Unternehmen „Ford Motor Company“. Was daraus wurde wissen wir alle.

Der Ketchup-König Henry Heinz musste mit seinem ersten Unternehmen Insolvenz anmelden. Ein Jahr später gründete er die F. & J. Heinz Company, in deren Produktpalette einige Jahre später Tomatenketchup auftauchte. Was daraus wurde wissen wir auch alle. Alle diese Leute wurden erfolgreich weil sie die Möglichkeit hatten zu probieren, zu scheitern und wieder anzufangen.

Nach einem Schiffbruch nicht den Kopf in den Sand zu stecken sondern sich wieder zusammen zu nehmen und weiter zu machen, von solchen und ähnlichen Erfahrungen erzählen die Vortragenden im Südtiroler Führungsforum unter dem Thema „Die Kultur des Scheiterns“.

stol