„Ich mag die Zeitungen gar nicht mehr aufschlagen“, schreiben mir immer wieder Leser, denen die Hiobsbotschaften von nah und fern über den Kopf wachsen und aufs Gemüt schlagen. <BR /><BR />Den journalistischen Spagat zu schaffen, zwischen der Verpflichtung zu informieren und der Gewichtung von Nachrichten, natürlich auch im Kontext der Quote, ist neben dem Fake-News-Problem wohl eine der größten Herausforderungen meines Berufsstandes – zumindest auf inhaltlicher Ebene. <BR /><BR />Wo also liegt die Grenze? Wo ist die rote Linie, hinter der uns ein Übermaß an Negativem suggeriert, dass alles keinen Sinn macht, weil wir ohnehin nichts mehr zum Guten wenden können? <BR /><BR />Wenn dieser emotionale Kipppunkt erreicht ist, passiert in der menschlichen Psyche etwas Verheerendes. Dann nämlich stirbt die Hoffnung. Und ohne Hoffnung wird das Leben nicht nur schal und leer. Der Antrieb, etwas zu bewirken, zu verändern, gegen etwas anzukämpfen, selbst wenn es aussichtslos erscheint, versiegt. Was bleibt sind Ohnmacht und Resignation. <BR /><BR />Keine guten Voraussetzungen, um den Krisen der Zeit entgegenzutreten. Dafür braucht man Mut, Kraft und Ausdauer, doch vor allem braucht man die Überzeugung, dass noch nicht alles verloren ist, solange wir uns nicht geschlagen geben!<BR /><BR /> Und genau hier kommt das Nachrichtenwesen ins Spiel, genau hier muss man, und davon bin ich überzeugt, gegensteuern. Nicht mit naiver Realitätsverweigerung, oder der Flucht in eine Heile-Welt-Blase, aber im Wissen um die Macht der guten Nachricht und ihrer Notwendigkeit als Kraftquelle. Mutmacher, die brauchen wir alle! <BR /><BR />Mutmacher, die gibt es überall! Wo wir sie finden, ob in der Schönheit der Natur, die es zu bewahren gilt, ob in unseren Kindern, denen wir keine zerstörte Welt hinterlassen möchten, ob in der Kunst, die der Gesellschaft immer schon einen Spiegel vorgehalten hat, oder in Menschen, die uns anspornen und inspirieren, ist völlig egal! <BR /><BR />Hauptsache, wir sehen auch (wieder) das Gute, das Schöne, das Positive. Damit wir uns die Macht der Hoffnung bewahren und nicht gelähmt werden von all den Hiobsbotschaften um uns…<BR />