Der bürokratische Aufwand wie die Online-Anmeldung vor Einreise in Spanien und Griechenland schränkte voriges Jahr bei vielen die Vorfreude auf den Urlaub ein, mutmaßt Martin Pichler, Geschäftsführer des Reisebüros Luis Pichler in Bozen und Präsident der Fachgruppe Reisebüros im hds. Heuer aber ist die Reiselust der Südtiroler groß, die meisten coronabedingten Einreisebeschränkungen fielen im Frühjahr und Anfang Sommer weg, das Reisen wurde einfacher und komfortabler. <h3> Urlaubsbuchung auf den letzten Drücker</h3> Die meisten Reisenden buchten heuer kurzfristig, die Frühbucher im Jänner und Februar blieben etwas aus, bemerkte Verena Wenter, Geschäftsführerin von Primus Touristik. Zum Jahresanfang waren manche Menschen unsicher, ob der Sommerurlaub nicht doch ins Wasser fallen könnte. Sie erzählt, dass es weiterhin sehr kurzfristige Buchungen gibt und dass diese sich stark auf einige Wochen im Sommer konzentrieren. Viele Unterkünfte sowie Flüge sind derzeit ausgebucht, somit sei es schwierig, immer das best geeignete für die Kunden zu finden, meint sie. <BR /><BR />Was den Reisebüros klar auffiel: Italien steht vor Griechenland und Spanien auf der Reise-Wunschliste vieler Urlaubssuchender ganz oben. Großer Beliebtheit erfreuen sich dabei Kalabrien, Apulien und Sardinien. <BR /> Südtiroler fühlten sich bei einer Italienreise sicherer, diese auch bei kurzfristig erlassenen Corona-Regelungen antreten zu können, nimmt Elena Caiazzo des Brixner Reisebüros Let’s Travel an. Verena Wenter fällt zudem auf, dass sich Kunden vermehrt einen ruhigeren Urlaub in einem kleinen Hotel wünschen. Die Mehrheit möchte keinen reinen Strandurlaub mehr, sondern ein Reise, um auch Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. <BR /><BR />Weiters stehen Großstädte bei Südtirolern hoch im Kurs. „Leute suchen das im Urlaub, was sie sonst nicht haben“, vermutet Wenter. Das ganze Jahr über seien vorwiegend Orte, die mit dem Auto erreichbar sind, viel gefragt. In den letzten 2 Monaten kamen mehr Buchungen für Flugreisen hinzu. Allerdings nicht so viele wie vor der Pandemie, meint Caiazzo. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="800093_image" /></div> <BR />Es zieht nur wenige in ferne Länder wie die Karibik oder Ägypten, erzählt sie. Dies liegt laut ihr daran, dass es in einigen Ländern außerhalb von Europa noch strengere Einreisebestimmungen gebe und längere Fernreisen im Sommer generell weniger beliebt seien. <BR /><BR />Ein weiterer Grund dafür könnten die momentanen Flugausfälle sein, die Fernreisende etwas stutzig machen. Die Reisebüros des Landes wie beispielsweise Taferner in Bruneck oder Let's Travel in Brixen hatten aber nur wenige betroffene Kunden. Martin Pichler findet, dass für Reisende die Situation nicht so dramatisch sei, wie manche Menschen meinen. „Es ist sicher ein Problem und für Betroffene unangenehm. Deshalb ist es wichtig, dass die Leute mehr Zeit einplanen und sich von vornherein im Klaren sein sollten, dass es zu Ausfällen kommen kann“, empfiehlt er. <BR /><BR />Aufgrund der Flugprobleme sind Pauschalreisen bei den Reisenden heuer sehr begehrt. Bucht man eine Pauschalreise, steht man im Falle eines Flugausfalls nicht alleine da, sondern der Reiseveranstalter kümmert sich um die Hin- und Rückreise. „Wenn es zu einem Ausfall kommt und wir von den Fluggesellschaften früh genug Bescheid bekommen, finden wir meist eine Lösung und nehmen eine Umbuchung vor“, sagt Fulvia Bordato von Alpina Tourdolomit in Bozen. <BR />Bucht man Leistungen hingegen einzeln auf eigene Faust, ist man auf sich alleine gestellt.<BR /><BR />Ein weiterer Vorteil von Pauschalreisen ist, dass dort mehrheitlich Charterflüge eingesetzt werden. Diese bleiben eher von Flugausfällen verschont als die Linienflüge, meint man beim Reisebüro Taferner. <BR />Um auf Nummer sicher zu gehen, entschieden sich viele Leute, von den Flughäfen Bozen oder Innsbruck abzureisen. Der Bozner Flughafen sei durch seine Überschaubarkeit und seine Nähe bequem, meint Fulvia Bordato. Zusätzlich blieb dieser von Flugproblemen fast weitgehend verschont. <h3> Damit Corona nicht für Reisefrust sorgt</h3>Ärgerlicher als eine Flugverspätung ist da eine Corona-Erkrankung vor Reiseantritt oder im Urlaubsort. „Es ist absolut wichtig, eine Reiseversicherung mit einer Stornoabdeckung im Covidfall abzuschließen, damit er Reisepreis zurückerstattet wird“, rät Verena Wenter.<BR />Martin Pichler weist darauf hin, dass für die heurige Wintersaison viele Veranstalter die Möglichkeit bieten, gegen einen kleinen Aufpreis die Pauschalreise bis 15 Tage vorher kostenlos zu stornieren, ohne einen Grund anzugeben. Durch diese Sicherheit buchten schon einige Kunden eine Reise in der erste Novemberwoche. „Man muss sich wohlfühlen, wenn man in den Urlaub fährt“, findet Pichler.<BR /><BR /><BR />