<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Die Situation ist verzwickt und allein die Vorstellung, darin festzustecken, treibt vielen den Schweiß auf die Stirn. Spontaneität und der Grundsatz „Einfach mal machen und schauen, was passiert“ sind hier jedenfalls fehl am Platz. <BR /><BR />Anstatt loszulegen und leichtsinnig eine Klinke herunterzudrücken, würden die Allermeisten wohl hin- und herüberlegen, Möglichkeiten gegeneinander abwägen, Wahrscheinlichkeitsrechnungen aufstellen, Argumente sammeln und versuchen, möglichst viele Informationen zu erhalten, um ein stabiles Fundament für die finale Entscheidung zu schaffen. <BR /><BR />Vielleicht würden sie aber auch hoffen, dass jemand für sie die Verantwortung übernimmt. Schließlich möchte niemand sehenden Auges den falschen Weg einschlagen.<BR /><BR />Im Leben stehen wir diesen beiden Türen regelmäßig gegenüber. Sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext werden wir nahezu täglich vor die Wahl zwischen zwei oder mehreren Alternativen gestellt. Die Herausforderung ist dabei nicht immer dieselbe. In manchen Fällen geht es um Kleinigkeiten, die zwar im Moment eine Rolle spielen, aber unmöglich größere Wellen schlagen können. <BR /><BR />Deshalb wissen wir innerhalb von Sekunden, wie es weitergehen soll, und denken anschließend auch nicht länger darüber nach. Andere Angelegenheiten liegen uns hingegen wochen-, monate- oder jahrelang auf dem Magen. Immer wieder flammen sie auf, wir zermartern uns den Kopf und beschließen dann doch, den Entschluss ein andermal zu fassen – nicht selten, weil wir noch immer auf den richtigen Zeitpunkt warten oder die Gewissheit haben möchten, dass alles gut wird. <h3> Dem Prozess vertrauen</h3>Das Problem an der ganzen Sache: Diese Gewissheit gibt es nicht, denn keine Entscheidung kommt mit einer Garantie. Ganz gleich, wie gründlich wir überlegen oder wie viele Menschen wir um Rat fragen – ein gewisses Maß an Unsicherheit schwingt mit. Und genau dieses Risiko versuchen wir zu umgehen oder zu vermeiden. <BR /><BR />Unser Gehirn liebt die Vorhersehbarkeit. Es bevorzugt Bekanntes gegenüber Unbekanntem und bewertet mögliche Verluste meist stärker als mögliche Gewinne. Deshalb fällt es uns häufig leichter, in einer unbefriedigenden Situation zu bleiben, als den Mut aufzubringen, etwas zu verändern. <BR /><BR />Dabei sitzen wir jedoch einem fatalen Irrtum auf. Denn sich festzulegen geht, anders als wir es uns wünschen, im ersten Moment oft nicht mit einem guten Gefühl einher. Die Gewissheit, dass es sich richtig anfühlt, kommt erst mit der Zeit – wenn wir Verantwortung übernehmen, Erfahrungen sammeln und Schritt für Schritt lernen, dem eingeschlagenen Weg zu vertrauen. Was damit alles zusammenhängt, sehen wir uns im August nun etwas genauer an. <h3> Zur Person</h3><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.