Sonntag, 31. Mai 2015

Die Republikaner: Sarkozy mit neuem Partei-Namen auf Angriff

Mit neuem Partei-Namen und scharfen verbalen Attacken gegen die regierenden Sozialisten nimmt Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy offensichtlich wieder Kurs auf den Élysée-Palast

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy will mit neuem Partei-Namen und alter Kampfeslust durchstarten.
Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy will mit neuem Partei-Namen und alter Kampfeslust durchstarten. - Foto: © APA/AP

Auf seinen Wunsch hin benannte sich seine konservative Partei am Wochenende offiziell von UMP in Die Republikaner um.

In einer Grundsatzrede warf er den regierenden Sozialisten Lobbyismus und Gleichmacherei vor. „Sie verteidigen die Republik nicht, sondern ziehen sie ins Lächerliche“, erklärte er kampfeslustig. In einer Videobotschaft überbrachte Bundeskanzlerin Angela Merkel Sarkozy ihre Glückwünsche für den Neustart der Schwesterpartei.

Frankreichs größter Oppositionspartei

Sarkozy ist seit November Chef der Konservativen, Frankreichs größter Oppositionspartei. Dem 60-Jährigen wird nachgesagt, erneut für den Élysée-Palast im Jahr 2017 kandidieren zu wollen. Für den neuen Namen stimmten mehr als 83 Prozent der Parteimitglieder.

Auf dem Gründungsparteitag in Paris gab sich Sarkozy wie eh und je: angriffslustig und polarisierend. In einer sogenannten Erneuerungsrede griff er am Samstag heftig die Sozialisten an. Er warf ihnen vor, die Werte der Republik zu „karikieren“ und zu „verraten“. Nicht die Republik müsse sich ihnen anpassen, sondern sie sich der Republik.

„Unnötige Beleidigungen“

Premierminister Manuel Valls wies die Attacken als „verletzend“ und „unnötige Beleidigungen“ zurück. Das Land brauche einen anderen politischen Diskurs und andere Methoden. Die alten Rezepte sollten nicht mehr benutzt werden, sagte der Sozialist dem Sender BFMTV.

Auf die nicht immer rühmliche Geschichte seiner Partei ging Sarkozy nur knapp ein.

Man habe das Vertrauen untereinander wieder hergestellt, erklärte er. In den vergangenen Jahren hatte die Partei mit zahlreichen Skandalen und Führungsstreitigkeiten Schlagzeilen gemacht.

Bislang hieß die Partei UMP, eine Abkürzung für Union pour un Mouvement Populaire (Union für eine Volksbewegung). Diese wurde 2002 als Zusammenschluss verschiedener konservativer und Zentrums-Parteien gegründet. Seitdem hat sie mit Jacques Chirac und Sarkozy zwei Präsidenten gestellt.

dpa

stol