<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />In der Wildnis leben Wellensittiche in sozialen Schwärmen und kommunizieren durch Zwitschern und Tschilpen. In Gefangenschaft ahmen Wellensittiche als soziale Interaktion schon mal menschliche Sätze nach – bis zu 100 Wörter können diese hochintelligenten Tiere lernen. <BR /><BR />Ein Wellensittich namens Puck aus den USA hält den Guinness-Weltrekord für sprechende Vögel. Er soll angeblich 1.728 Wörter gesprochen haben. Die Vögel können Wörter aber nicht nur nachahmen, sondern ihr Gehirn funktioniert dabei auch noch in ähnlicher Weise wie das menschliche.<BR /><BR />Im März 2025 wurde in der Fachzeitschrift „Nature“ eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass bestimmte Sprachzentren von Papageienvögeln funktionelle Ähnlichkeiten zu denen des Menschen aufweisen. Für die Studie wurden Wellensittichen winzige Siliziumsonden ins Gehirn implantiert, um ihre neuronale Aktivität aufzuzeichnen, während sie Laute produzierten. Das Ergebnis: Die Muster der Nervenaktivität beim „Sprechen“ ähneln in wesentlichen Aspekten den Aktivitätsmustern im menschlichen Sprachmotorzentrum. Die Tiere nutzen dabei eine funktionell vergleichbare Region im Vogelhirn, das sogenannte Pallium.<BR /><BR />Auch unsere Stimmorgane unterscheiden sich deutlich voneinander. Wir Menschen erzeugen Laute mit unseren Stimmbändern im Kehlkopf, Wellensittiche mit dem „Syrinx“, einem speziellen Stimmorgan am unteren Ende der Luftröhre. Luft, die hindurchströmt, bringt feine Membranen in Schwingung, wodurch ihre charakteristischen Töne entstehen.<BR /><BR />Durch diese Studie erhoffen sich Forscher langfristig auch Ansätze für die Behandlung von Sprachstörungen beim Menschen.<h3> Abwechslung muss her</h3>Wellensittiche können ein durchschnittliches Lebensalter von acht bis zehn Jahren erreichen. Sie sind sehr gesellige und neugierige Tiere und müssen mindestens paarweise gehalten werden.<BR /><BR /> Um Verhaltensstörungen vorzubeugen, brauchen sie eine große Voliere mit mindestens 150 Zentimetern Länge, 60 Zentimetern Breite und 100 Zentimetern Höhe. Die Grundfläche muss mindestens eineinhalb Quadratmeter betragen – und pro Vogel um 50 Prozent erhöht werden. Zudem muss Beschäftigung her: in Form von Futtersuche, Klickertraining oder gebasteltem Spielzeug aus Naturmaterialien (zum Beispiel Ästen). <BR /><BR />Ringe, Schaukeln oder Seile, an denen sie klettern und herumangeln können, sind ebenfalls beliebt. Zudem lieben die meisten Wellensittiche alles, was glänzt, wie kleine Glöckchen. <BR /><BR />Es gilt: Weniger ist mehr. Am besten bietet man immer abwechselnd ein Spielzeug an. So bleibt mehr Platz in der Voliere und den Tieren wird es nicht langweilig. Da Holzschaukeln vielfach auch als Schlafplatz genutzt werden, sollten mehrere Schaukeln vorhanden sein.