Mal ist sie Kommissarin, mal Vergewaltigungsopfer, mal kaltblütige russische Mörderin: Die Schauspielerin Martina Schölzhorn (37) aus Sterzing spielt für die Fahndungssendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ immer wieder wahre Kriminalfälle nach. <BR /><BR /><BR /><BR /><i>Von Martina Hofer</i><BR /><BR /><BR />Beinahe wöchentlich bringt die italienische Vermisstensendung „Chi l'ha visto“ momentan einen Beitrag über den Bozner Kriminalfall Neumair/Perselli. Doch auch das deutsche Pendant „Aktenzeichen XY ungelöst“ kommt nicht ganz ohne Südtiroler Protagonisten aus. <BR /><BR />Zwar werden hiesige Kriminalfälle nur selten behandelt. Aber: Es kommen immer wieder Schauspieler aus Südtirol vor. Denn für die Fahndungssendung stellt Moderator Rudi Cerne Rekonstruktionen ungeklärter Kriminalfälle in Form von kurzen, filmisch nachgestellten Szenen vor, in denen polizeilich ermittelte Fakten präsentiert werden. <BR /><BR />Gespielt werden diese Rollen mitunter auch von mehreren heimischen Darstellern, etwa Ricardo Angelini (Eppan), Anton Algrang (Bruneck), Deborah Müller (Lana) oder wie jüngst wieder von Martina Schölzhorn aus Sterzing. 3 Tage lang stand die Schauspielerin, die in München lebt, Ende Jänner für eine Ermittler-Rolle am Set. <BR /><BR /><b>Für die Fahndung vor der Kamera</b><BR /><BR />Der Beitrag soll im Frühjahr ausgestrahlt werden. Wann genau, weiß Schölzhorn nicht, und das interessiert sie auch nicht sonderlich. „So gut ich die Sendung auch finde, ich kann sie mir nicht regelmäßig anschauen“, sagt sie etwas verlegen. „Da ich weiß, dass die Fälle echt sind, bleiben sie mir im Kopf. Und wenn ich abends mal allein nach Hause gehe, bekomme ich bei jedem kleinen Geräusch einen Schreck“, erzählt Martina Schölzhorn. <BR /><BR />Einmal im Jahr steht sie durchschnittlich für die Fahndungssendung vor der Kamera – und noch immer ist es etwas Besonderes für sie. „In dem Moment, wenn ich weiß, es handelt sich um einen wahren Kriminalfall, berührt mich das schon und geht mir nahe – vor allem wenn es sich um einen brutalen Mord oder eine Vergewaltigung handelt.“ Am Set aber ist die 37-Jährige dann doch absoluter Profi und setzt das um, was von ihr verlangt wird. <BR /><BR /><b>Strenge Set-Auflagen</b><BR /><BR />Von der Hauptkommissarin, der Polizistin, der Juwelierin über das Vergewaltigungsopfer bis hin zur Täterin mit russischen Akzent war alles schon dabei. „Wir sind seit Jahren ein eingespieltes Team und die Arbeit ist wirklich toll. Außerdem finde ich es total gut, wenn ich mit meinem Zutun dazu beitragen kann, dass Fälle gelöst werden können.“<BR /><BR />Mit im Schnitt 5 Millionen Zuschauern ist das Erfolgsformat trotz Pandemie nicht im Stillstand. Doch: Strenge Sicherheitsmaßnahmen am Set sowie ein negativer Schnelltest sind ein Muss, um auch während des Lockdowns arbeiten zu können. „Da trifft es meine Bühnenschauspiel-Kollegen leider viel härter“, bedauert Schölzhorn, die neben der Schauspielerei hauptsächlich als Sprecherin für diverse Tonstudios im Bereich Synchronisation, Werbe- und Erklärfilme unterwegs ist. <BR /><BR />Aufgrund der Pandemie hat sie sich auch ihr eigenes Homestudio eingerichtet, von dem aus sie arbeiten kann. 2 Jahre hat sie sich mit Logopädie und Sprachtraining beschäftigt, um ihre Dialektalfärbung zu eliminieren – und auch heute noch wird täglich geübt, bevorzugt während der Hausarbeit. Denn Schölzhorn ist eigentlich noch in Mutterschaft und hat mit ihrem Partner, ebenfalls ein Südtiroler, einen zweijährigen Sohn. „Zum Glück ist mein Partner recht flexibel, sodass ich mir die Jobs gut einteilen kann“, erzählt sie vom Spagat zwischen Beruf und Familie.<BR /><BR /><b>Bald in den heimischen Kinos</b><BR /><BR /> In ihrer Heimat Südtirol hat man Martina Schölzhorn Corona-bedingt seit Sommer nicht mehr gesehen. Bald schon sollte sie jedoch zumindest in den heimischen Kinos wieder präsent sein. „Un confine incerto“ heißt der Streifen über Kindermissbrauch, der im Frühjahr mit dem deutschen Titel „Nicht dein Mädchen“ auf die Leinwände kommen soll. <BR /><BR />„Ich spiele darin die Mutter eines Mädchens, das nach Rumänien verschwindet. Für die Rolle habe ich sogar Ladinisch gelernt“, verrät Schölzhorn, die den Film selbst noch nicht kennt, aber unbedingt anschauen will. Wohl auch, weil er zum Glück auf keiner wahren Begebenheit fußt. <BR /><BR /><BR />