So viel haben wir Menschen zu verdanken, die helfen – hauptberuflich oder freiwillig, nicht nur in diesem Sommer der Extreme mit seinen verheerenden Unwettern. <BR /><BR />Ohne Rücksicht auf Gefahren, oder eigene Verluste, gehen sie für uns durchs Feuer, stellen sich reißenden Fluten und zerstörerischen Muren entgegen, retten, löschen, organisieren, pumpen, schaufeln, trösten, bergen, schützen – oft weit über physische Kräfte und psychische Belastungsgrenzen hinaus. Für mich sind sie allesamt Helden, egal ob sie nun von Feuerwehr, Weißem Kreuz, Bergrettung, oder Bundesheer… kommen – einerlei ob zu Land, Wasser oder Luft. <BR /><BR />Und NIEMALS würden sie einen Hilfsbedürftigen seinem Schicksal überlassen! Was es heißt, in der Not auf andere zählen zu können… Selbst wenn man es nicht selbst erfahren hat, lässt es sich doch leicht nachvollziehen. <BR /><BR />Umso erschreckender ist es, was man auf dem Video aus Pakistan vom K2 sieht, das weltweite Kreise gezogen und für einen Aufschrei des Entsetzens gesorgt hat: Ein schmaler Grat in 8200 Metern Höhe zwischen Himmel und Abgrund – gesäumt von Bergsteigern, die auf den zweithöchsten Gipfel der Welt wollen, koste es, was es wolle! <BR /><BR />Das reglose Bündel am Boden ein junger Mann, ein einheimischer Hochträger, Mohammed Hassan, 27 Jahre, eine Diabetes-kranke Frau, drei kleine Kinder. Der berühmt-berüchtigte Achttausender seine lebensgefährliche Einkommensquelle, die der Familie eine Zukunft gibt. In der Todeszone unter dem Flaschenhals stürzt er ab und bleibt im Fixseil hängen – kopfüber, mit nackten Beinen. Immer wieder schreit, bettelt, fleht er um Hilfe, umsonst! Nach Stunden erbarmt sich doch jemand und zieht ihn hoch auf den schmalen Grat zwischen Himmel und Erde, Leben und Tod. <BR /><BR />70 (!) Bergsteiger sollen über den Sterbenden gestiegen, oder an ihm vorbeigegangen sein. Er wäre ohnehin nicht zu retten gewesen, sagen die einen, andere behaupten das Gegenteil. <BR /><BR />Südtirols Extrembergsteiger-Ikone Reinhold Messner bringt es auf den Punkt, wenn er behauptet, dass in den Bergen statt Alpinismus und Zusammenhalt zunehmend Tourismus und Egoismus dominiere. WAS für eine erbärmliche Seilschaft! Irgendwann ist Mohammed Hassan dann gestorben.<BR /><BR /> Was ist so ein kleines Leben auch schon wert, gegen den großen Gipfelsieg… <BR />