Begonnen hat die traurige Geschichte bereits in den 70ger Jahren, die Nachwirkungen zeigen sich in Form dieser armen Kreaturen noch heute. <BR /><BR />Das Foto ist nur wenige Wochen alt, doch die Vorgeschichte reicht Jahrzehnte zuück. Im Jahr 1974 richtete eine amerikanischer Pharmakonzern, das New York Blood Centre (NYBC), im westafrikanischen Liberia ein Labor (Vilab II) für Virustests ein. Ziel war es, ein Mittel gegen Hepatitis B zu finden. Die Opfer dieser Versuche waren über 400 Schimpansen, die eingefangen, in Käfige gesteckt und in der Folgezeit mit diversen Krankheiten infiziert wurden – und das über einen Zeitraum von über 30 Jahren. <BR /><BR />In der Vergangenheit galten Schimpansen als ideale biomedizinische Forschungsobjekte, da sie mehr als 98 Prozent ihrer DNA mit dem Menschen teilen. Als jedoch immer mehr Beweise für die Intelligenz und die komplexen sozialen Fähigkeiten von Schimpansen bekannt wurden und wissenschaftliche Daten belegten, dass Schimpansen keine idealen Forschungsobjekte sind, wuchsen die ethischen Bedenken, so dass Labore, die mit ihnen experimentierten, geschlossen wurden.<BR /><BR /><BR />Und so geschah es auch mit dem Labor in Liberia im Jahr 2004 – einerseits aufgrund der instabilen Lage wegen des Krieges in Liberia Ende der 1990er, andererseits eben aufgrund des massiven Protests von Tierschützern. Doch was sollte mit den Affen passieren? Eine Auswilderung wäre zu riskant gewesen, da sie auch noch Jahre bzw. Jahrzehnte nach den Tests wildlebende Tiere mit Krankheiten anstecken hätten können. <BR /><BR />Und so entschied man sich dafür, die damals verbliebenen 85 infizierten Schimpansen auf <a href="https://www.google.com/maps/place/Second+Chance+Chimpanzee+Refuge+Island+3/@6.1123895,-10.3024181,2646m/data=!3m1!1e3!4m13!1m7!3m6!1s0xfa0b8355a391c0d:0xd829b85e422aa773!2sMonkey+Island!3b1!8m2!3d6.1195209!4d-10.3020843!3m4!1s0xfa0b9c815b45281:0x80f27f576f4ef6f8!8m2!3d6.1162542!4d-10.2992387" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">6 Inseln </a> auszusetzen – etwa 40 Kilometer nördlich der liberischen Hauptstadt Monrovia mitten im Farmington River, von wo aus sie nicht fliehen konnten. Auf diesen Inseln gab und gibt es aber weder genügend Nahrung noch Trinkwasser für die Schimpansen, um zu überleben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="729632_image" /></div> <BR /><BR />Seitdem müssen die jahrzehntelang zu Forschungszwecken missbrauchten Tiere von Freiwilligen und Pflegern der Tierschutzorganisationen rund um das Second Chance Chimpanzee Refuge mit Nahrung und Wasser versorgt werden, während sie dort ihr trauriges Leben fristen. Wie auf dem Bild zu sehen, warteten die Primaten – aktuell sind es noch 65 – auch an jenem Tag sehnsüchtig am Ufer auf die Menschen, auf die sie angewiesen sind. <BR /><BR />Die geschätzten Kosten für die Fütterung und gesundheitliche Versorgung der Schimpansen, die etwa 60 Jahre alt werden, belaufen sich monatlich auf schätzungsweise 20.000 Dollar (ca. 18.000 Euro). Kosten, die eigentlich der Pharmakonzern bis zum Lebensende aller Schimpansen tragen wollte. <BR /><BR />Das NYBC hatte 2004 nämlich getönt: „Wir werden für unsere ehemaligen Laborschimpansen in Liberia sorgen. Das sind wir ihnen schuldig.“ Das Versprechen des Pharmakonzerns 'New York Blood Company', wurde nur teilweise gehalten. Im Jahr 2015 wurde der Geldhahn zugedreht, nach massiven Protesten stimmte das Unternehmen im Jahr 2017 einer weiteren einmaligen Zahlung von 6 Millionen US-Dollar zu. <BR /><BR />Weil aber auch das bei Weitem nicht reicht, bittet die Tierschutzorganisation <a href="https://www.hsi.org/chimpanzee-refuge-liberia/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Second Chance Chimpanzee Refuge</a> mit folgenden Worten um Spenden: „Nachdem diese Schimpansen jahrelang im Namen der Forschung unter den Händen von Menschen gelitten haben, verdienen sie ein friedliches Leben in einem natürlichen Lebensraum, der ihrer Intelligenz und ihren sozialen Fähigkeiten gerecht wird. Die Organisation, die die Schimpansen zu Forschungszwecken eingesetzt hat, hat etwa nur die Hälfte der geschätzten Kosten für die lebenslange Pflege der Schimpansen bereitgestellt. Die Tiere sind jedoch darauf angewiesen, dass wir die restlichen Mittel aufbringen, und wir sind dankbar für jede Hilfe, die Sie leisten können.“<BR /><BR />