Die Dellen, die sich meist rund um Po, Hüften und Oberschenkel zeigen, sind durch die Struktur des weiblichen Bindegewebes bedingt und werden durch eine Bindegewebsschwäche noch verstärkt. Eine solche ist nicht nur ein Problem des Älterwerdens. „Doch wer es bis dahin nicht hatte, erlebt dieses Phänomen spätestens dann“, prophezeit Dr. Yael Adler, Fachärztin für Dermatologie, Venerologie, Phlebologie und Ernährungsmedizin sowie Bestsellerautorin. <BR /><BR />Was aber ist Bindegewebe überhaupt? Das erklärt Dr. Adler in ihrem Buch „Genial vital!“ folgendermaßen: „Bindegewebe ist jenes Gewebe, das am häufigsten in unserem Körper vorkommt. Es hat verschiedene Erscheinungsformen und Funktionen und ist zugleich Stütz-, Verschiebe- sowie elastisches Rücksprunggewebe. Es verbindet zum Beispiel alle Organe miteinander und hält sie in Position und Form. Elastische Bänder aus Bindegewebe besitzen wir ebenfalls, und zwar an der Wirbelsäule und als Penisheber. Klar, was passiert, wenn sie im Rahmen der Alterung unelastisch werden …“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1048149_image" /></div> Bindegewebe enthalte relativ wenige Zellen, dafür umso mehr Zwischenzellenmasse, in der die verschiedenen Fasertypen eingelagert seien. Ihren Hauptanteil stelle das Struktureiweiß Kollagen. „Beim Altern werden die Fasern dicker und plumper, die Neuproduktion versiegt, Kollagen abbauende Enzyme werden<BR />überaktiv“, erklärt die Autorin. Dass das Bindegewebe so ausleiere, liege einerseits an der nachlassenden Produktion von Sexualhormonen, andererseits an der verringerten Ausschüttung von Wachstumshormonen und schließlich an den schädlichen Einflüssen, denen man im Leben ausgesetzt sei.<BR /><BR />Sogenannte „Alterungsbeschleuniger“ seien freie Radikale, die das Gewebe, Eiweißstrukturen, Zucker und Fettmoleküle, und das Erbgut in den Zellen schädigen. „Einen Teil kann der Körper mit Enzymen und Vitaminen, die diese Radikale neutralisieren können, ausbügeln“, erklärt die Fachärztin. „Wenn aber ständig UV-Strahlung, Zigarettenrauchen oder auch Kortison dazwischenfunken, wird dieses feine Reparatursystem gestört. Die freien Radikale aktivieren dann Enzyme, die das Kollagen abbauen, das Bindegewebe spröde machen und die Erneuerung von frischem Material behindern.“<h3> Cellulite und nicht Cellulitis</h3>Laut Dr. Yael Adler gehören die ungeliebten Dellen zu einer Frau wie die Ohren zum menschlichen Körper. „Ob Ohren nun zu den schönsten Accessoires gehören, darüber lässt sich durchaus diskutieren“, schreibt Dr. Adler in „Genial vital!“. Aber wohl kaum eine Frau werde den Dellen etwas Positives abgewinnen können. Dabei seien sie „evolutionär gewollt und etwas Ur-Weibliches“, betont sie: Das Bindegewebe von Frauen und Männern unterscheidet sich nämlich. Das weibliche Bindegewebe verlaufe in senkrechten Streifen zur Haut, um Fett gut einlagern und im Falle einer Schwangerschaft diese Reserven schnell nutzen zu können. Die senkrecht verlaufenden Bindegewebsfasern ziehen die Haut allerdings nach unten – die Ursache der Dellen. Bei Männern hingegen verhindern dies die auch waagrecht verlaufenden Bindegewebsfasern. „Was uns Frauen anbelangt: Es gibt keine Frau ohne Cellulite, allerdings variiert der Ausprägungsgrad“, sagt Dr. Adler. Sie präzisiert auch, dass die Orangenhaut, wie die Wellenlandschaft auch genannt wird, keine Entzündung sei, der häufig verwendete Begriff „Cellulitis“ – die Endung „itis“ in der Medizin bedeutet Entzündung – also falsch sei. <BR /><BR /><embed id="dtext86-65530031_quote" /><BR /><BR />Die schlechte Nachricht: Auch wenn verschiedene Behandlungsmethoden angeboten werden, so gibt es „derzeit weder ein wirksames Mittel noch eine geprüfte Methode, um Cellulite auf Dauer den Garaus zu machen“, schreibt Dr. Adler. Keine noch so teure Creme erreiche die Bindegewebsfasern in der Tiefe. Fettabsaugung, die Durchtrennung stark einziehender Fasern mit Schnittgeräten, das Einspritzen von Gewebe straffenden Füllsubstanzen, die Einlage straffender Fäden in die Haut könnten das Erscheinungsbild der Haut für einige Zeit optisch verbessern. „Das Problem dauerhaft an der Wurzel packen sie jedoch nicht“, so Dr. Adler. Denn kein Mittel könne die Struktur des Bindegewebes verändern.<BR /><BR /><b>Auch wenn Frauen die Dellen auf Dauer nicht loswerden, so hat die Ärztin doch einige Tipps, um ihnen entgegenzuwirken:</b><BR /><BR /><b>Sport treiben</b>, um so die muskuläre Unterlage zu formen und zu straffen. Außerdem transportiert Bewegung träge Lymphflüssigkeit ab und steigert die Durchblutung. Damit wird der Stoffwechsel angeregt.<BR /><BR /><b>Gewichtskontrolle</b>, damit das Fettgewebe maßvoll ausgeprägt ist und nicht zu sehr nach außen buckelt; Crash-Diäten vermeiden, der Jo-Jo-Effekt strapaziert das Bindegewebe zusätzlich.<BR /><BR />Nehmen Sie mindestens <b>2 Liter Flüssigkeit pro Tag</b> zu sich, und sorgen Sie für eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung. Vitamin C kann unterstützend wirken, da es am Aufbau des Bindegewebes beteiligt ist.<BR /><BR /><b>Verzichten Sie</b> auf Zigaretten, Alkohol, Sonne, Solarium, Zucker und alle weiteren bekannten Altersbeschleuniger, denn sie lassen auch die Haltefasern schneller labbrig werden. <BR /><h3> Etwas Ur-Weibliches</h3> Warum haben Frauen die ungeliebte Orangenhaut an Po und Oberschenkel, Männer aber nicht? Die Antwort: Ihr Bindegewebe unterscheidet sich, wie Dr. Yael Adler in „Genial vital!“ erklärt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1048152_image" /></div> Die weiblichen Hormone sorgen dafür, dass das Bindegewebe in senkrechten Streben zur Haut verläuft und Fett gut eingelagert wird, um im Falle einer Schwangerschaft diese Reserven schnell nutzen zu können. Die Haut wird also in regelmäßigen Abständen von senkrecht in die Tiefe verlaufenden Bindegewebsfasern nach unten gezogen. Zwischen diesen Fasern liegt Fettgewebe, das – je nach Füllzustand und Genetik – mehr oder weniger stark hervorploppt. An der nächsten Andockstelle des Bindegewebes wird die Haut dann wieder nach unten gezogen: So entsteht das Matratzenphänomen bzw. die Orangenhaut.<BR />Im Unterschied dazu lagern Männer zwar auch in der Unterhaut Fettgewebe ein, aber ihr Bindegewebe ist nicht nur mit senkrechten Fasern, sondern auch mit waagerechten und diagonalen ausgestattet. „Diese Mehrfachverstrebung lässt auch dickliche Männer vergleichsweise stramm daherkommen“, erklärt Dr. Adler. Bei Frauen hingegen gäbe es keine ohne Cellulite – es variiere nur der Ausprägungsgrad. <BR /><?O_Zwischentitel><?_O_Zwischentitel>