Die Stellenwahl an den Kindergärten ist bereits abgeschlossen. Der Fachkräftemangel, der sich in allen Bereichen bemerkbar macht, sei im Sprengel Bruneck derzeit noch nicht so stark spürbar, sagt Direktorin Sigrid Hasler. „Bis zum Herbst werden aber noch Kinder nachgemeldet und auch Stellen durch Abwesenheiten aufgrund Mutterschaftsurlaub, Krankenstand oder ähnliches wieder frei“, erklärt sie. „Diese besetzen wir über die entsprechenden Rangordnungen und dann auch über Direktberufungen, was sich zuweilen innerhalb des Bildungsjahres als herausfordernd erweist, da dann viele Fachkräfte bereits ein Dienstverhältnis innehaben“, sagt Hasler.<h3> Einer von rund 10 Männern im Kindergarten</h3>Eine Stelle gewählt hat auch Julian Weger aus Issing. Der 26-Jährige wird ab Herbst pädagogischer Mitarbeiter im Kindergarten in Toblach sein. Das zweites Arbeitsjahr im Kindergarten hat er in Rein abgeschlossen, davor war er in Pichl, Gais, Luttach und St. Magdalena. <BR /><BR />Viele Männer sind es noch nicht in den Kindergärten. Im ganzen Land waren es im abgelaufenen Schuljahr 9 bis 13, die zumindest eine Zeitlang im Kindergarten gearbeitet haben. Getragen wird die erste Bildungsstufe seit Jahrzehnten und immer noch von Frauen, die mit Freude und Engagement mit den Vorschulkindern arbeiten. <BR /><BR />Diese Freude hat Julian Weger im Mittelschulalter für sich entdeckt. „Ich habe mit 12 erstmals in der Sommerbetreuung für Kinder gearbeitet und dann nach und nach alle Altersklassen kennengelernt“, erzählt er. „Die Arbeit vor allem mit den kleineren Kindern hat mir am besten gefallen.“ Deshalb sei es für ihn naheliegend gewesen, nach der Matura die Ausbildung zum pädagogischen Mitarbeiter an der Landesfachschule für Sozialberufe in Bozen zu machen. Seit 2 Jahren arbeitet er nun im Kindergarten. <h3> <embed id="dtext86-65217724_quote" /> </h3>Im Sprengel in Bruneck ist der junge Mann mit dem Vollbart nicht mehr ganz unbekannt, dennoch würden sich immer noch viele umdrehen, wenn er bei der Kollegiumssitzung den Raum betritt. Das störe ihn nicht. Er fühle sich wohl und bekomme eigentlich nur positive Rückmeldungen, sagt Weger. Von Eltern und Kindern. „Einige Kinder sind anfangs vielleicht etwas zurückhaltender, aber großteils begegnen sie mir sehr offen“, sagt der 26-Jährige. „Sie nehmen mich so wahr, wie ich bin, ob Frau oder Mann ist eigentlich egal.“ Deshalb könne er auch nicht sagen, ob er etwas anders mache als seine Kolleginnen. „Wir arbeiten alle gerne mit Kindern, jede und jeder kann das eine besser und das andere vielleicht nicht so gut“, sagt er. Im Team ergänze man sich. <BR /><BR />Und wie reagierte sein Umfeld auf seine Berufswahl? „Sehr positiv. Sie sagen alle, das passt zu mir. Ich bekomme eigentlich nur positives Feedback.“ Auch von anderen Männern. Deshalb ist sein Fazit klar: „Ich kann es nur weiterempfehlen und auch andere motivieren, sich für die Arbeit im Kindergarten zu entscheiden.“