Dienstag, 16. August 2016

Diskussion um Einführung der Todesstrafe in der Türkei bleibt offen

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat ein gerechtes Verfahren für die Putschisten gefordert, die Todesstrafe jedoch nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Die Diskussion rund um die Einführung der Todesstrafe in der Türkei ist noch nicht vorbei.
Die Diskussion rund um die Einführung der Todesstrafe in der Türkei ist noch nicht vorbei. - Foto: © APA/DPA

„Mit der Todesstrafe stirbt man nur einmal, es gibt einen schlimmeren Tod für sie. Nämlich ein unabhängiges und gerechtes Gerichtsverfahren“, sagte Yildirim am Dienstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vor der AKP-Fraktion in Ankara. Er reagierte damit auf Rufe aus den eigenen Reihen.

In der Türkei ist die Todesstrafe seit dem Putschversuch am 15. Juli wieder Thema. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Dienstag laut Anadolu vor Anwälten in Ankara, würde Europa mit einem Putsch und Terroranschlägen konfrontiert werden, würden auch sie die Todesstrafe einführen.

Zuvor hatte Erdogan wiederholt gesagt, dass der Willen des Volkes beachtet werden müsse, wenn es die Einführung der Todesstrafe fordere. Die Entscheidung liege jedoch beim Parlament.

dpa

stol