Dienstag, 05. Januar 2016

Dominoeffekt bei Grenzkontrollen gefährdet Schengen-Raum

Die Wiedereinführung von Grenzkontrollen im Norden Europas erinnert den litauischen Außenminister Linas Linkevicius an einen Dominoeffekt.

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Archivbild - Foto: © APA/EPA

Man solle die Lage nicht dramatisieren, aber 2016 steht der Schengen-Raum vor einer großen Herausforderung, sagte Linkevicius am Dienstag in Vilnius.

Innerhalb des Schengen-Raumes wird ein visafreier Reiseverkehr gewährt. In Ausnahmefällen haben Mitgliedsländer in der Vergangenheit Kontrollen an ihren Grenzen vorübergehend eingeführt, beispielsweise während internationaler Sportveranstaltungen oder G-8- oder G-7-Gipfel.

„Manche sagen, dies ist das Ende von Schengen, wenn Grenzen so geschlossen werden“, sagte Linkevicius der Agentur BNS zufolge. Vorübergehende einseitige Maßnahmen können seiner Ansicht nach jedoch gerechtfertigt sein, bis der Schutz der Außengrenzen sichergestellt sei.

Um den Flüchtlingsandrang einzudämmen, kontrolliert Dänemark seit Montag vorübergehend wieder Pässe an den Grenzen zu Deutschland. Die Überprüfungen wurden von der Regierung in Kopenhagen als Reaktion auf die schwedischen Grenzkontrollen angeordnet. Auch Italien will an der Grenze zu Slowenien wieder Kontrollen durchführen.

apa/dpa

stol